Lehrerin klagt gegen Zwangsruhestand nach 17 Jahren Krankschreibung
Eine seit fast 17 Jahren krankgeschriebene Lehrerin wehrt sich vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf gegen die Anordnung der Bezirksregierung, sie in den Ruhestand zu versetzen. Die Beamtin, die zuletzt an einem Berufskolleg in Wesel tätig war, hatte seit 2009 nicht mehr unterrichtet. Das berichtete der „Spiegel“ zuerst.
Die Bezirksregierung Düsseldorf hatte nach einer amtsärztlichen Untersuchung Ende Mai die Versetzung in den Ruhestand verfügt. Dagegen reichte die Lehrerin am 29. Juni Klage ein. Nun muss die Bezirksregierung Stellung nehmen und die Akten vorlegen. Wann das Gericht entscheidet, ist offen. Bis dahin erhält die Beamtin weiterhin ihre vollen Bezüge.
Hintergrund: Jahrelange Krankschreibung ohne amtsärztliche Prüfung
Der Fall hatte bereits im vergangenen Jahr für Schlagzeilen gesorgt und die Landespolitik beschäftigt. Die Pädagogin ließ sich immer wieder krankschreiben, ohne dass das Land eingriff und eine amtsärztliche Untersuchung forderte. Gegen die Lehrerin und einen Mitarbeiter der Bezirksregierung wurden Disziplinarverfahren eingeleitet.
Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft Duisburg wegen Betrugs. Im März durchsuchten Ermittler ihre Wohnung. Es besteht der Verdacht, dass sie ihre Dienstunfähigkeit vorgetäuscht und während der Krankschreibung als Heilpraktikerin gearbeitet hat.



