Ein 16-jähriger Schüler aus Hamm soll im Auftrag der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) einen Anschlag auf eine Kirche verübt haben. Wie die Düsseldorfer Generalstaatsanwaltschaft bestätigte, wurde der Jugendliche bereits Anfang April festgenommen. Ein Richter ordnete seine Unterbringung in einer Jugendforensik an, nachdem eine psychiatrische Erkrankung festgestellt worden war.
Ermittlungen wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung
„Wir ermitteln unter anderem wegen der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung gegen den Beschuldigten“, sagte eine Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft der „Bild“-Zeitung. „Es besteht dringender Tatverdacht.“ Der Schüler soll sich bereits 2023 im Alter von 13 Jahren islamistisch radikalisiert haben. Er stand nach Angaben der Ermittler in Kontakt mit einer Person, die dem IS nahesteht.
Ursprünglich Reise ins IS-Gebiet geplant
Der Jugendliche habe ursprünglich beabsichtigt, ins IS-Gebiet zu reisen und sich dem bewaffneten Dschihad anzuschließen. Ein Mittelsmann habe ihn jedoch überredet, zunächst in seiner Heimatstadt einen Anschlag zu verüben. Laut Informationen der „Bild“-Zeitung soll der Schüler eine Kirche einer unabhängigen christlichen Gemeinde als Ziel für einen Brandanschlag ausgekundschaftet haben.
Versuchter Brandanschlag im März
Bereits im März soll der Schüler versucht haben, einen Hochsitz mit einer Silvesterrakete anzuzünden, was jedoch misslang. Ob es sich dabei um eine Vorbereitungshandlung für den geplanten Kirchenanschlag handelte, werde noch ermittelt, teilte die Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft mit.
Parallelen zu Fall in Bayern
Erst vor wenigen Tagen hatte ein ähnlicher Fall in Bayern für Aufsehen gesorgt. Dort soll ein 15-Jähriger einen Sprengsatzanschlag auf eine Synagoge geplant haben. Die Generalstaatsanwaltschaft München hat den Jugendlichen unter anderem wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat angeklagt.



