Sultan von Brunei: 7000 Autos, größter Palast der Welt, 80. Geburtstag
Sultan von Brunei: Reichtum, Macht und 80. Geburtstag

Sultan Hassanal Bolkiah von Brunei feiert am Mittwoch seinen 80. Geburtstag mit mehrtägigen Festlichkeiten. Der absolute Monarch vereint märchenhaften Reichtum und uneingeschränkte Macht: Sein Vermögen wird auf rund 30 Milliarden US-Dollar geschätzt, seine Autosammlung umfasst etwa 7000 Fahrzeuge, darunter rund 600 Rolls-Royce und 450 Ferraris. Der Istana Nurul Iman, sein offizieller Palast, gilt mit 200.000 Quadratmetern Fläche als größter Wohnpalast der Welt – fast halb so groß wie der Vatikanstaat.

Luxus und absolute Macht

Der Sultan ist Staatsoberhaupt, Premierminister, Finanz-, Außen- und Verteidigungsminister sowie Hüter der islamischen Staatsreligion in Personalunion. Seit 1962 gilt ein permanenter Ausnahmezustand, der regelmäßig verlängert wird; Bolkiah erlässt Gesetze per Dekret. Demokratische Strukturen oder Wahlen existieren nicht, Meinungs- und Pressefreiheit sind stark eingeschränkt. In der Verfassung ist festgeschrieben: „Seine Majestät der Sultan kann weder in seiner persönlichen noch in seiner offiziellen Funktion etwas Falsches tun.“ Kritik wird streng geahndet.

Dennoch ist der Sultan bei vielen Bürgern beliebt: Privatpersonen zahlen keine Steuern, das Land bietet kostenlose Gesundheitsversorgung und Bildung sowie umfangreiche Subventionen. Der Zwergstaat auf Borneo mit rund 450.000 Einwohnern ist einer der größten Ölproduzenten Südostasiens und einer der weltweit wichtigsten Exporteure von Flüssigerdgas.

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Feierlichkeiten zum 80. Geburtstag

Die Geburtstagsfeiern erstrecken sich über mehrere Tage. Gelbe Nationalflaggen mit schwarzem und weißem Streifen säumen die Straßen, riesige Porträts des Herrschers schmücken Gebäude, Schulen und Behörden. Eine große Parade in der Hauptstadt Bandar Seri Begawan findet jährlich zu seinen Ehren statt. Höhepunkt ist eine Reise des Monarchen durch alle vier Landesteile, bei der er Bürger persönlich trifft, Briefe entgegennimmt und für Fotos posiert.

Kritik am islamischen Strafrecht

International geriet Brunei wegen seines strengen islamischen Strafrechts in die Kritik. Die 2014 schrittweise eingeführte Scharia wurde 2019 verschärft und sieht drakonische Strafen vor – unter anderem Steinigung für Ehebruch und homosexuelle Handlungen sowie Amputationen für Diebstahl. Nach weltweiten Protesten und Boykottaufrufen gegen Hotels der Herrscherfamilie erklärte der Sultan, dass das seit Jahrzehnten geltende Moratorium für die Todesstrafe auch für die meisten Scharia-Urteile gelte. Tatsächlich wurde in Brunei seit 1957 niemand mehr hingerichtet.

Zukunftsstrategie nach dem Öl

Bruneis Öl- und Gasvorräte sind endlich und dürften nur noch einige Jahrzehnte reichen. Mit der Strategie „Wawasan Brunei 2035“ (Vision für Brunei 2035) will der Sultan den Kleinstaat wirtschaftlich breiter aufstellen und auf die Zeit nach dem Ölzeitalter vorbereiten. Trotz autoritärer Strukturen ist der Sultan im Ausland ein gern gesehener Gast; im Mai besuchte er auf Einladung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Berlin.

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