Lkw-Diebstähle in Brandenburg: Kriminelle nutzen Endoskope und neue Tricks
Lkw-Diebstähle in Brandenburg: Neue Tricks der Kriminellen

Diebe auf Autobahnrastplätzen in Brandenburg werden immer raffinierter. Sie nutzen Endoskope, um Ladung zu inspizieren, und tricksen mit vorgetäuschten Notfällen, um Fahrer abzulenken. Auch Fake-Spediteure verursachen Millionenverluste. Die Logistikbranche ist alarmiert.

Endoskope und Planenschlitze: Die neuen Methoden der Diebe

„Planenschlitzer“ sind seit Jahren bekannt, doch die Täter verfeinern ihre Techniken. Laut dem Bundesverband Güterverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) setzen Kriminelle inzwischen Endoskope ein, um durch kleine Löcher in die Lkw-Planen zu sehen. „Praktisch ist nichts sicher vor ihnen“, so ein Sprecher des Verbandes. Die Löcher werden immer kleiner, die Beute umfasst Handys, Alkohol, Zigaretten und sogar Diesel. Fast alle Lkw-Planen auf Rastplätzen seien geklebt, ein Zeichen für die Häufigkeit der Diebstähle.

Aktuelle Fälle in Brandenburg: Hohe Schäden

Erst vor wenigen Tagen öffneten Diebe an der A11 auf dem Rastplatz Ladeburger Heide bei Bernau die Ladeflächen zweier Lastwagen. Auf der A10 im Landkreis Oder-Spree erbeuteten Unbekannte aus zwei Lkw mehr als 20 Kartons mit Alkohol und Kleidung. Der Schaden beläuft sich auf mehrere Tausend Euro. Die Polizeidirektion Ost, zuständig für die Landkreise Uckermark, Barnim, Märkisch-Oderland und Oder-Spree sowie Frankfurt (Oder), registrierte 2025 insgesamt 77 Diebstähle auf Autobahnen. 2024 waren es noch 97. Allerdings umfasst die Statistik auch andere Delikte wie gestohlene Schilder, wie die Polizei erklärte.

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Millionenschäden durch Ladungsdiebstahl

Der Gesamtverband der Versicherer (GDV) schätzt die direkten Warenschäden durch Ladungsdiebstahl in Deutschland auf rund 1,3 Milliarden Euro pro Jahr. Um die Sicherheit zu erhöhen, fordern Verbände wie der BGL bessere Ausleuchtung und mehr Polizeipräsenz auf Rastplätzen. Fahrer sollten ihre Lkw so abstellen, dass Kleintransporter nicht unbemerkt daneben parken können, um Diesel abzupumpen oder Waren zu stehlen. Doch das Problem verschärft sich durch den Mangel an Lkw-Parkplätzen.

Trickdiebstahl: Ablenkung der Fahrer

Neben dem Aufschneiden von Planen setzen Kriminelle auf Trickdiebstahl. Sie klopfen nachts an die Fahrerkabine und täuschen einen Notfall vor, um die Fahrer aus dem Fahrzeug zu locken. Erst am Freitag ereignete sich ein solcher Fall auf dem Parkplatz Kappgraben an der A10. Die Polizei rät: Wer nachts von Unbekannten angesprochen wird, sollte anbieten, die Polizei zu rufen, und das Fahrzeug nicht verlassen.

Phantomfrachtführer: Betrug mit gefälschten Identitäten

Ein wachsendes Problem sind sogenannte Phantomfrachtführer. Mit gefälschten Identitäten und Dokumenten geben sich Betrüger in Frachtenbörsen als seriöse Transportunternehmer aus. Sie erschleichen Aufträge, holen die Waren ab und verschwinden spurlos. Die Kriminalprävention der Polizei von Bund und Ländern beziffert den Schaden auf Millionen. Die Polizei in Hessen berichtete im Mai, dass sie diese Betrugsform besonders im Blick habe.

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