Die Europäische Union hat im ersten Halbjahr 2026 so viel Flüssiggas (LNG) aus dem russischen Yamal-Projekt gekauft wie nie zuvor. Das berichtet die „Financial Times“ am Montag unter Berufung auf Daten des Analyseunternehmens Kpler. Demnach beliefen sich die EU-Importe aus der von Novatek kontrollierten Anlage auf rund 9,89 Millionen Tonnen – ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit hat Europa nahezu die gesamte Produktion der sibirischen Anlage abgenommen, und das nur wenige Monate bevor ein EU-Importverbot für russisches Gas in Kraft tritt.
Milliardenkosten für europäische Abnehmer
Nach Schätzungen der Nichtregierungsorganisation Urgewald könnten die Lieferungen die europäischen Abnehmer bis zu 6 Milliarden Euro gekostet haben. Hauptabnehmerländer waren Frankreich (3,6 Mio. Tonnen), Belgien (2,9 Mio. Tonnen) und Spanien (2,7 Mio. Tonnen).
Selenskyj schlägt Ablösung von Ministerpräsidentin vor
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schlägt die Ablösung von Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko vor. Er danke Swyrydenko für ihre Arbeit und habe ihr eine neue Aufgabe bei den Beziehungen zu einem wichtigen Partner angeboten, teilt Selenskyj auf der Plattform X mit. Er erwarte, dass das Parlament den entsprechenden Änderungen in der Regierung zustimme. Weitere Details gibt er zunächst nicht bekannt.
Klitschko warnt vor Zunahme russischer Angriffe auf Kiew
Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko spricht angesichts mehrerer schwerer russischer Luftangriffe in den vergangenen Tagen von einer weiteren Eskalation des Ukraine-Kriegs durch Moskau. Er habe so etwas seit Kriegsbeginn noch nicht erlebt. „Die Angriffe mit russischen ballistischen Raketen sind schlimmer als je zuvor“, sagte er der Zeitung „Bild am Sonntag“. Innerhalb einer Woche hat das russische Militär Kiew dreimal schwer aus der Luft angegriffen. Dabei setzte es neben Drohnen auch Marschflugkörper und ballistische Raketen ein. Dutzende Menschen kamen ums Leben, mehr als 100 wurden verletzt.
Selenskyj will nach Einschlägen bei Kiew Militärs abstrafen
Bei einem russischen Raketenangriff gingen vor einigen Tagen nahe Kiew Munitionslager in die Luft – nun will der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die verantwortlichen Beamten bestrafen. Es sei eindeutig verboten gewesen, Depots in der Stadt Wyschnewe anzulegen, „doch all diese Vorschriften wurden missachtet“, klagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Laut Selenskyj waren für den Verstoß gegen die Sicherheitsvorschriften Leiter zweier Staatsbetriebe verantwortlich. Gegen sie und andere Manager werde ermittelt.
Ukrainische Drohnenangriffe auf russische Schiffe und Energieanlagen
Die Ukraine hat nach eigenen Angaben am Sonntag 14 russische Schiffe angegriffen, darunter zehn Tanker. Vier der Ziele seien Fähren gewesen, teilte der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Brovdi, auf Telegram mit. In den vergangenen sieben Tagen seien insgesamt 90 russische Schiffe getroffen worden. Die russische Seite teilte mit, eine ukrainische Drohne habe einen Tanker getroffen, als dieser in den Kanal zwischen Asowschem Meer und Schwarzem Meer einfuhr. Ein durch den Angriff verursachtes Feuer sei unter Kontrolle gebracht worden, erklärte Juri Sljusar, Gouverneur der russischen Region Rostow, auf Telegram.
Deutschland finanziert 50.000 Kampfdrohnen für die Ukraine
Deutschland finanziert einem Insider zufolge die Anschaffung von 50.000 Kampfdrohnen für die Ukraine. Es handelt sich um einen der größten bekannten Drohnenkäufe eines westlichen Staates für das Land. Der Auftrag hat einen Wert von rund 90 Millionen Euro, wie der Chef des US-Rüstungssoftwareunternehmens Auterion, Lorenz Meier, der Nachrichtenagentur Reuters bestätigt. Die Drohnen des ukrainischen Herstellers SkyFall sind mit einer Software von Auterion zur automatischen Zielverfolgung ausgestattet.
Russische Ölförderung sinkt wegen ukrainischer Drohnenangriffe
Die russische Ölförderung wird in diesem Jahr wegen ukrainischer Drohnenangriffe auf die Energieinfrastruktur voraussichtlich um etwa drei Prozent auf 8,9 Millionen Barrel pro Tag sinken. Dies teilte die Internationale Energieagentur (IEA) in ihrem monatlichen Marktbericht mit. Gleichzeitig führt der Ausfall großer Raffinerien nach den Angriffen zu einem akuten Treibstoffmangel in Russland. Die Benzinproduktion fiel auf ungefähr 65 Prozent des saisonal üblichen Verbrauchs. Wegen der anhaltenden Angriffe senkte die IEA ihre Prognose für die russische Ölförderung für dieses und das kommende Jahr um 85.000 beziehungsweise 150.000 Barrel pro Tag.
Vier Tote bei ukrainischem Drohnenangriff auf Enerhodar
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die von Russland kontrollierte Stadt Enerhodar sind russischen Angaben zufolge vier Menschen getötet worden. Vier weitere Personen seien verletzt worden, sagt der Chef des russischen Atomkonzerns Rosatom, Alexej Lichatschow. In Enerhodar liegt das Atomkraftwerk Saporischschja.
US-Senator fordert von China Druck auf Russland für Friedensgespräche
Der einflussreiche republikanische US-Senator Lindsey Graham sieht China in einer entscheidenden Rolle, um den Krieg in der Ukraine zu beenden. Der Weg zum Frieden führe mehr durch Peking als durch Washington, Kiew oder Moskau, sagte Graham am Freitag vor Reportern in Kiew. China habe einen übergroßen Einfluss und solle diesen zum Wohle der Welt nutzen.



