Brandenburgs Umweltministerin Hanka Mittelstädt (SPD) hat klargestellt, dass sie im Ernstfall selbst zur Waffe greifen würde. „Wenn es notwendig ist, würde ich einen Wolf abschießen. Definitiv“, sagte die SPD-Politikerin der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“. Dies gelte spätestens dann, wenn Menschen durch Wölfe bedroht würden, und natürlich nur im eigenen Jagdbezirk. Ihren letzten Jagdausflug absolvierte sie vor zwei Jahren.
Wolfsjagd-Konzept in Arbeit
Das brandenburgische Agrarministerium arbeitet derzeit an einem Konzept zur Wolfsjagd. „Es geht vordergründig darum, Nutztierhalter wie Schäfer, Rinder- und Ziegenzüchter zu entlasten, damit Riss-Schäden durch Wölfe nicht weiter ansteigen“, erklärte Mittelstädt. In Brandenburg leben aktuell 54 Wolfsrudel, sechs Paare und mehr als 200 Welpen.
Keine feste Abschussquote geplant
Die Ministerin lehnt eine feste Abschussquote ab. „Gäbe es eine Quote, beispielsweise von zehn Wölfen im Jagdjahr – und darüber reden wir gerade – und in Elbe-Elster würden diese zehn Wölfe entnommen, haben sie in der Uckermark ein Problem“, sagte sie. Stattdessen sollen bestimmte Zonen festgelegt werden, in denen der Wolf gejagt werden darf, wenn es vermehrt zu Rissen von Nutztieren kam.
Entnahme ganzer Rudel möglich
Sollte ein Wolf lernen, über hohe Elektrozäune zu springen, reiche der Abschuss von Einzeltieren nicht mehr aus. „Dann reden wir darüber, ganze Wolfsrudel zu entnehmen“, so Mittelstädt. „Wenn ich nur einzelne Wölfe abschieße, dann zerrütten sich die Rudel, und das will auch niemand.“



