Der Leipziger Linken-Politiker Sören Pellmann ist der sächsische Abgeordnete mit den meisten Bürgerfragen im Bundestag. Nach Angaben des unabhängigen Portals Abgeordnetenwatch erhielt er 67 Fragen und beantwortete jede einzelne. Damit liegt er auf Platz 1 der sächsischen Parlamentarier. Auf Platz 2 folgt Jens Lehmann (CDU) mit 39 Fragen und ebenfalls einer Beantwortungsquote von 100 Prozent. Den dritten Platz belegt Paula Piechotta (Grüne) mit 29 Antworten und einer Quote von 100 Prozent. Alle drei Abgeordneten stammen aus Leipzig.
AfD-Abgeordnete verweigern Antworten
Am schlechtesten schnitt erneut Tino Chrupalla (AfD) ab. Der AfD-Bundessprecher hat seit seinem Einzug in den Bundestag 2017 keine einzige Frage auf Abgeordnetenwatch beantwortet. Auch Maximilian Krah (AfD) schweigt und belegt Platz 29. Insgesamt gingen im Zeitraum von der konstituierenden Sitzung des Bundestags am 25. März 2025 bis zum 29. Juni 2026 bei den sächsischen Abgeordneten 361 Fragen ein. Davon wurden 284 beantwortet. Elf der 30 Abgeordneten antworteten nicht – zehn von ihnen gehören der AfD an. 16 Parlamentarier erreichten eine Beantwortungsquote von 90 bis 100 Prozent und erhielten das Prädikat „hervorragend“.
Plattformleitung fordert mehr Transparenz
Louiza Charalambous von der Plattformleitung von Abgeordnetenwatch betonte: „Wer gewählt wird, schuldet den Bürgerinnen und Bürgern Antworten, kein Schweigen.“ Gerade aufgrund des Reformpakets der Bundesregierung erlebe man einen enormen Fragenansturm. „Das zeigt: Die Menschen wollen verstehen, warum Politik so entscheidet, wie sie entscheidet. Wer diese Fragen ignoriert, weil sie Arbeit machen oder unbequem sind, verspielt leichtfertig Vertrauen.“ Das Portal ermöglicht Bürgern seit 2004, Parlamentarier des Bundestags, der Landtage und des Europaparlaments zu befragen.



