Geologen haben im Erzgebirge ein bedeutendes Zinnvorkommen bestätigt. Nach Angaben der Deutschen Rohstoff AG handelt es sich um das größte derzeit bekannte unentwickelte Zinnvorkommen weltweit. Die Lagerstätten in Geyer und Gottesberg im Vogtland enthalten insgesamt rund 160.000 Tonnen Zinn.
Die Ergebnisse basieren auf Probebohrungen, die zwischen November 2011 und April 2013 durchgeführt wurden. In Geyer wurden 44.000 Tonnen Zinn mit einem Erzgehalt von 0,37 Prozent nachgewiesen, in Gottesberg 115.000 Tonnen mit einem Gehalt von 0,27 Prozent. Der aktuelle Zinnpreis liegt bei etwa 20.000 Dollar pro Tonne.
Neben Zinn enthalten die Lagerstätten auch größere Mengen Zink, Kupfer und Indium, die bei einem Abbau vermarktet werden könnten. Die Deutsche Rohstoff AG plant noch in diesem Jahr ein weiteres Bohrprogramm in Gottesberg. Allerdings räumt Firmenchef Thomas Gutschlag ein, dass ein Abbau frühestens in fünf Jahren beginnen könne und viel Kapital benötige.
Die Vorkommen waren bereits in der DDR-Zeit zwischen 1964 und 1985 erkundet worden. Damals wurden bei knapp 170 Bohrungen rund 60.000 Bohrmeter niedergebracht. Die damaligen Prognosen lagen etwas höher als die aktuellen Daten. Die neuen Ergebnisse bestätigen jedoch die grundsätzlichen Schätzungen aus DDR-Zeiten.
Zinn wird unter anderem für Elektrogeräte, Legierungen und als Kunststoffzusatz benötigt. Die großen Produzentenländer China und Indonesien haben ihre Höchstfördermengen bereits vor einigen Jahren erreicht, sodass das Metall knapp geworden ist. Die Finanzierung des Projekts soll vor allem von Investoren aus Asien und Australien kommen.



