Nach einer von Spätfrösten stark beeinträchtigten Saison zeigen sich Sachsens Winzer zuversichtlich für das neue Weinjahr. Der Vorsitzende des Weinbauverbandes, Felix Hößelbarth, erklärte, dass die Temperaturen in der betreffenden Nacht zum Mittwoch mit 7 bis 8 Grad deutlich über den Werten des Vorjahres lagen. Die Wetteraussichten für die nächsten sieben bis zehn Tage seien positiv.
Die Reben haben bereits ausgetrieben, bei einigen öffnen sich die Knospen. Dank guter Wasserversorgung im Vorjahr bei geringerem Ertrag hätten die Reben gute Reserven und könnten beim Austrieb beschleunigen. In der Entwicklung liegen sie später als vor einem Jahr, aber noch mindestens eine Woche vor dem langjährigen Mittel.
Obwohl Anfang Mai noch ein Kälteeinbruch möglich sei, der großen Schaden anrichten könnte, sehen die Prognosen laut Hößelbarth keinen Spätfrost voraus. Stattdessen bereitet die Trockenheit Sorgen: „Die ist schon wieder bedenklich“, so Hößelbarth. Die Winzer fürchten in Erinnerung an frühere Dürrejahre, dass auch 2025 trocken werden könnte. Technische Lösungen wie Tropfbewässerung stünden jedoch mit überschaubarem Investitionsvolumen zur Verfügung.
Im vergangenen Jahr verloren die sächsischen Winzer aufgrund von Wetterkapriolen rund 80 Prozent ihres üblichen Ertrags. Der zweite Austrieb der Reben konnte dies nur geringfügig ausgleichen. Zudem mussten die Weingüter deutlich mehr in die Bewirtschaftung der Weinberge investieren.
Entlang der Elbe wird auf etwa 500 Hektar Rebfläche Wein angebaut, zu über 80 Prozent weiße Sorten wie Riesling, Weiß- und Grauburgunder. Der Rest entfällt auf Spätburgunder und Dornfelder. Der Ertrag zwischen Pirna und Diesbar-Seußlitz lag im Vorjahr bei weniger als 8.000 Hektolitern – weniger als ein Viertel einer durchschnittlichen Ernte.



