Ein Stück Alufolie am Fenster soll die Wohnung an heißen Tagen angenehm kühl halten – dieser vermeintliche Hitzetrick verbreitet sich derzeit rasant in sozialen Netzwerken. Doch Experten raten zur Vorsicht: Unter ungünstigen Bedingungen kann die Methode sogar zu einem Glasbruch führen. Die Idee dahinter ist zwar einfach: Die reflektierende Oberfläche der Alufolie soll die Sonneneinstrahlung abhalten und so verhindern, dass sich Innenräume stark aufheizen. Allerdings kann genau dieser Effekt am Fenster unerwünschte Folgen haben.
Alufolie am Fenster kann Glas beschädigen
„Grundsätzlich sollte man Fenster innen nicht bekleben“, erklärt Pantea Khaledpour vom Verband Fenster + Fassade (VFF) auf Anfrage von myHOMEBOOK. „Mit der Alufolie soll ein innenliegender Sonnenschutz hinzugeführt werden, was aber ohne ausreichende Hinterlüftung eine hohe thermische Belastung des Glases verursacht, was zum Glasbruch führen kann.“ Die thermische Belastung entsteht, weil die Folie die Wärme nicht ableitet, sondern unter ihr staut. Bei starker Sonneneinstrahlung kann die Temperatur im Glas lokal so stark ansteigen, dass Spannungsrisse entstehen.
Und wenn man sie außen anbringt?
Viele kleben die Alufolie an die Innenseite des Fensters. Doch wäre die Außenseite besser? Auch davon rät die Expertin in vielen Fällen ab. „Eine Beklebung der Fenster mit Alufolie auf der Außenseite führt zu ähnlichen Problemen, wenn die Folie nur Teile des Glases abdeckt“, sagt die Verbandssprecherin. „Dann ergeben sich wie bei einem Schlagschatten ebenfalls thermische Belastungen des Glases, die zum Glasbruch führen können.“ Nur wenn die Scheibe außen vollständig mit Alufolie bedeckt wäre, ließe sich dieser Effekt vermeiden. Dann würde allerdings kaum noch Tageslicht in den Raum gelangen, was die Wohnqualität erheblich beeinträchtigt.
Sonnenschutz hilft besser gegen Hitze
Vom Alufolien-Trick am Fenster rät der Verband deshalb ausdrücklich ab. Wer die Wohnung an heißen Tagen möglichst kühl halten möchte, sollte stattdessen auf geeignete Sonnenschutzlösungen setzen. Empfohlen werden sowohl außenliegende als auch innenliegende Systeme – etwa Markisen, Außenjalousien, Rollläden, Innenjalousien oder Rollos. Als besonders effektiv gilt dabei der außenliegende Sonnenschutz. „Da wird die meiste Sonneneinstrahlung bereits vor dem Glas abgehalten“, erklärt der Verband. Dadurch gelangt deutlich weniger Wärme in den Raum und die Fenster werden gleichzeitig geschont. Zudem bieten professionelle Systeme oft eine bessere Lichtregulierung und lassen sich je nach Bedarf anpassen, ohne dass die Gefahr von Glasbruch besteht.



