Zverev vor Wimbledon-Finale gegen Sinner: „Auf Augenhöhe“
Zverev vor Wimbledon-Finale gegen Sinner: „Auf Augenhöhe“

Alexander Zverev steht vor seinem ersten Wimbledon-Finale und trifft am Sonntag (17.00 Uhr/Prime Video) auf den Titelverteidiger Jannik Sinner. Der beste deutsche Tennisspieler will seine Negativserie von neun Niederlagen gegen den Italiener beenden und als erster männlicher Wimbledon-Sieger seit Michael Stich 1990 Geschichte schreiben. „Ich sehe mich mit jedem auf Augenhöhe, das ist das wichtigste“, sagte Zverev bei Prime Video. „Ich sehe mich auch auf Augenhöhe mit Sinner.“ Letztes Jahr sei er noch weit entfernt gewesen, „aber das kann sich schnell ändern im Sport.“

Neun Niederlagen in Serie – Zverev will Negativlauf stoppen

Seit fast drei Jahren hat Zverev nicht mehr gegen Sinner gewonnen. Neunmal nacheinander verlor der Hamburger, in den letzten sechs Partien entschied er keinen Satz für sich. Zuletzt unterlag er Sinner im Finale der Australian Open 2025. Damals hatte Zverev eingeräumt, dass sich Sinner „derzeit in einem anderen Universum als alle anderen“ befinde. Doch der French-Open-Triumph im Juni 2025 habe ihm neues Selbstvertrauen gegeben. „Was auch immer in der Vergangenheit zwischen ihm und mir passiert ist, ist passiert“, so Sinner. „In der Zwischenzeit hat er ein Grand Slam gewonnen, was ihm viel Selbstvertrauen gab. Wir können hier sehen, auf welchem Niveau er spielt. Es wird sehr, sehr schwer.“

Historischer Tag für deutsches Tennis – Kanzler Merz reist an

Sollte Zverev gewinnen, wäre er der erste männliche Wimbledon-Sieger aus Deutschland seit Michael Stich vor 35 Jahren. Boris Becker stand 1994 als letzter Deutscher im Wimbledon-Finale. Boris Becker kommentierte den Finaleinzug: „Ein historischer Tag für Sascha Zverev und das deutsche Tennis.“ Sogar Bundeskanzler Friedrich Merz plant, nach London zu reisen, um das Finale zu verfolgen. Es wäre ein Novum in der Profi-Ära seit 1968, wenn Zverev nach seinem ersten Grand-Slam-Triumph gleich bei der nächsten Gelegenheit seinen zweiten feiern würde. Den French-Open- und Wimbledon-Titel in einer Saison zu gewinnen, gelang erst sechs Profis.

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Zverevs Wandel seit French-Open-Sieg

In Paris war Sinner in der Hitze körperlich eingebrochen und hatte trotz 2:0-Satzführung und 5:1 im dritten Satz dramatisch verloren. Zverev stieg dadurch zum klaren Topfavoriten auf und triumphierte. Nun ist seine Final-Aufgabe nicht mit der von Paris gegen Sinners Landsmann Flavio Cobolli vergleichbar. In Wimbledon wirkte Sinner im Viertelfinale gegen Jan-Lennard Struff noch verwundbar, zeigte aber im Halbfinale gegen Novak Djokovic wieder Dominanz. Die Temperaturen in Wimbledon sind mit maximal 29 Grad Celsius kühler als in Paris. Sinner betonte: „Das Finale wird ganz anders als alle anderen Spiele, die wir bisher gespielt haben.“

Erstes Duell auf Rasen – Aufschlag und kurze Ballwechsel

Zum ersten Mal begegnen sich Zverev und Sinner auf Rasen. Der grüne Untergrund bietet wenig Rhythmus, der Aufschlag und kurze Ballwechsel prägen das Spiel. Zverev schottet sich vor dem Finale ab: Er schaltete sein Handy aus, auch seine Freundin Sophia Thomalla erreiche ihn nicht. „Ich möchte einfach nur das beste Tennismatch zeigen, was ich zeigen kann“, sagte Zverev. In der Vergangenheit war Wimbledon für ihn ein Ort der Rückschläge – 2024 verletzte er sich am Knie, 2025 schied er in der ersten Runde aus. „Jetzt zurückdenken, wie ich mich letztes Jahr gefühlt habe und was da passiert ist – in diesem Moment interessiert mich das nicht.“

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