Athen pflanzt 13.000 Bäume: So trotzt die Stadt der extremen Hitze
Athen pflanzt 13.000 Bäume gegen extreme Hitze

Athen, die heißeste Hauptstadt Europas, ergreift drastische Maßnahmen gegen die zunehmende Hitze. Bürgermeister Haris Doukas, ein Klimaexperte, hat ein umfassendes Programm vorgestellt, das Drohnen zur Überwachung von Hitzestress, Klimaanlagen für die ärmsten Bürger und die Pflanzung von 13.000 neuen Bäumen umfasst. Im Interview mit dem SPIEGEL erläuterte Doukas die Strategie und warnte: „Athen darf kein zweites Barcelona werden.“

Drohnen und Klimaanlagen: Neue Techniken gegen die Hitze

Die griechische Hauptstadt leidet unter extremen Temperaturen, die durch den Klimawandel noch verstärkt werden. Doukas setzt daher auf moderne Technologien: „Wir setzen Drohnen ein, um Hitzestress in der Stadt zu kartieren und gezielt Maßnahmen einzuleiten.“ Zudem werden in den ärmsten Vierteln Klimaanlagen installiert, um die Bewohner vor gesundheitlichen Schäden zu schützen. „Es ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit, dass auch die Schwächsten Zugang zu Kühlung haben“, betonte der Bürgermeister.

13.000 Bäume für ein besseres Stadtklima

Ein zentraler Bestandteil des Plans ist die Begrünung der Stadt. Bis 2027 sollen 13.000 neue Bäume gepflanzt werden, um Schatten zu spenden und die Luft zu kühlen. „Bäume sind die effektivste Waffe gegen urbane Hitzeinseln“, erklärte Doukas. Die Pflanzungen konzentrieren sich auf stark versiegelte Gebiete und öffentliche Plätze. Laut einer Studie der Stadtverwaltung könnten die Temperaturen in diesen Zonen um bis zu drei Grad Celsius gesenkt werden.

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Lehren aus anderen Metropolen

Doukas betonte, dass Athen aus den Fehlern anderer Städte lernen müsse. „Barcelona hat gezeigt, dass reine Betonwüsten die Hitze verschlimmern. Wir setzen stattdessen auf grüne Korridore und Wasserflächen.“ Auch die Einführung von „Kühlzentren“ in öffentlichen Gebäuden ist geplant. „Wir müssen die Stadt für die Zukunft rüsten, sonst wird das Leben hier unerträglich“, warnte der Klimaexperte.

Finanzierung und Umsetzung

Das Programm wird aus EU-Mitteln und dem städtischen Haushalt finanziert. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 50 Millionen Euro. „Jeder Euro ist gut investiert, wenn wir damit Leben retten und die Lebensqualität verbessern“, so Doukas. Kritiker bemängeln jedoch die Langsamkeit der Umsetzung. „Wir brauchen schnelle Lösungen, nicht nur langfristige Pläne“, sagte ein Sprecher der Athener Umweltschutzorganisation „Grüne Stadt“.

Internationale Beachtung

Die Athener Strategie findet international Beachtung. Der Klimaforscher Dr. Nikos Chrysakis von der Universität Athen lobte den Ansatz: „Die Kombination aus Technologie, sozialer Maßnahme und Begrünung ist vorbildlich.“ Andere Mittelmeerstädte wie Rom oder Madrid beobachten die Entwicklungen genau. „Athen könnte ein Modell für den Hitzeschutz in Südeuropa werden“, so Chrysakis.

Bürgermeister Doukas bleibt trotz der Herausforderungen optimistisch: „Wir haben keine Wahl. Die Hitze wird nicht weniger werden, also müssen wir uns anpassen. Athen wird zur grünsten und kühlsten Hauptstadt des Mittelmeerraums werden.“

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