Berlin steht erneut im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner. Alle zwölf Bezirke der Hauptstadt schlagen Alarm und bitten den Senat dringend um Unterstützung. Wie der „rbb“ berichtet, haben die Umweltstadträte ein gemeinsames Schreiben verfasst, in dem sie ihre Überforderung deutlich machen.
Bezirke fühlen sich allein gelassen
„Jeder Bezirk ist betroffen“, heißt es in dem Schreiben. Der Eichenprozessionsspinner sei längst kein lokales Problem mehr, sondern betreffe die gesamte Stadt. Die Falter machten weder an Bezirks- noch an Grundstücksgrenzen halt. Die Konsequenzen müssten jedoch die Bezirke allein tragen. Man fühle sich „alleingelassen“ und stoße „zunehmend an Grenzen“.
Forderungen der Bezirke
Konkret fordern die Umweltstadträte drei Dinge: Erstens die Anerkennung des Eichenprozessionsspinners als Gesundheitsproblem, zweitens eine berlinweite Koordination der Bekämpfungsmaßnahmen und drittens mehr finanzielle Mittel. Bislang sind die Grünflächenämter der Bezirke für die Bekämpfung zuständig. Doch sowohl personell als auch finanziell seien die Kapazitätsgrenzen erreicht. Einige Bezirke rechnen mit Kosten von deutlich mehr als einer halben Million Euro.
„Jeder Bezirk entwickelt eigene Lösungen, beauftragt eigene Firmen und organisiert eigene Verfahren“, kritisieren die Stadträte. „Ein berlinweit auftretendes Problem sollte jedoch nicht in zwölf voneinander getrennten Strukturen bearbeitet werden.“
Fokus auf sensible Einrichtungen
Die Umweltstadträte fordern, den Fokus vor allem auf Kitas, Schulen, Spielplätze und Sportanlagen zu legen. In mehreren Bezirken waren solche Einrichtungen zuletzt gesperrt worden, weil die Bäume stark befallen waren. Auch Veranstaltungen fallen dem Befall zum Opfer: Das Sommerfest des Familienzentrums Jungfernheide, das für den 10. Juni geplant war, musste verschoben werden. Das Bezirksamt begründete dies mit dem starken Befall im Volkspark Jungfernheide.
Bisher wenig Fortschritt
Dass das Problem seit längerem bekannt ist, zeigen parlamentarische Anfragen des CDU-Abgeordneten Stefan Häntsch. Bereits im November 2025 fand ein Fachgespräch zwischen Senat und Bezirken statt. Damals wurde festgestellt, dass ein bezirksübergreifendes Handeln sinnvoll wäre. Passiert ist seitdem jedoch wenig. Charlottenburg-Wilmersdorf etwa hat die Bekämpfung bislang allein finanziert, ohne Rückerstattung durch den Senat. Wie es nun weitergeht, bleibt ungewiss.



