Der Biber ist in Deutschland streng geschützt, doch nicht überall ist das Nagetier willkommen. Immer wieder werden Biberdämme von Menschen zerstört – oft unbemerkt. Die Dunkelziffer ist laut Behörden „wahnsinnshoch“. Ein aktueller Fall aus Brandenburg zeigt nun, welche Konsequenzen drohen.
Fall aus Brandenburg: Landwirt zerstört Biberdamm
Im westlichen Havelland beobachtete Anwohnerin Sandy Kias einen Landwirt dabei, wie er einen Biberdamm zerstörte. Sie stellte ihn zur Rede. Der Vorfall ereignete sich in der Nähe ihres Dorfes, wo sie die beiden Alttiere des Bibers aus respektvoller Entfernung gern beobachtet hatte. „Ich war entsetzt“, sagte Kias dem Tagesspiegel.
Biber sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. Die Zerstörung ihrer Bauten kann als Straftat gewertet werden. Im konkreten Fall prüfen die Behörden nun, ob ein Bußgeld oder sogar ein Strafverfahren eingeleitet wird. Die Höhe der Strafe kann im Extremfall mehrere tausend Euro betragen.
Dunkelziffer der Zerstörungen ist hoch
Experten gehen davon aus, dass die meisten Zerstörungen von Biberdämmen nicht gemeldet werden. „Die Dunkelziffer ist wahnsinnshoch“, sagte ein Sprecher der zuständigen Naturschutzbehörde. Viele Landwirte oder Grundstücksbesitzer sähen den Biber als Plage, weil er Felder überfluten könne. Dabei sei der Biber ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems.
Der Biber ist seit 2007 in Deutschland streng geschützt. Er darf weder getötet noch seine Bauten beschädigt werden. Ausnahmen sind nur mit Genehmigung möglich. Wer dennoch Hand anlegt, riskiert ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro oder sogar eine Freiheitsstrafe.
Konflikte zwischen Mensch und Biber nehmen zu
Mit der Rückkehr des Bibers in viele Regionen Deutschlands nehmen auch Konflikte zu. Besonders in landwirtschaftlich genutzten Gebieten kommt es immer wieder zu Überschwemmungen durch Biberdämme. Naturschützer appellieren an die Bevölkerung, Konflikte friedlich zu lösen und sich an die Behörden zu wenden.
Im Havelland hofft Sandy Kias nun, dass der Landwirt zur Rechenschaft gezogen wird. „Der Biber hat ein Recht zu leben“, sagte sie. Die Staatsanwaltschaft prüft den Fall.



