Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat ein Gutachten veröffentlicht, das den Ausstieg aus dem Naturgipsabbau bis 2045 fordert. Der Umweltverband will damit die einzigartige Gipskarstlandschaft im Südharz schützen, die durch den Abbau bedroht ist.
Laut Gutachten könnte der Verbrauch von Naturgips bis zur Mitte des Jahrhunderts auf null reduziert werden. Als Alternativen nennt der BUND die Nutzung von REA-Gips aus Kohlekraftwerken, der auf Halden lagert, sowie die Gewinnung von Gips aus Abraumhalden und verstärktes Recycling.
Die Gipsindustrie lehnt die Forderung ab und verweist auf den steigenden Bedarf. Hintergrund ist der Kohleausstieg: Mit dem Wegfall der Kohlekraftwerke sinkt die Menge des verfügbaren REA-Gipses. Die Industrie fordert daher neue Abbauflächen für Naturgips.
Der BUND-Sprecher Friedhart Knolle betont die Einzigartigkeit des Südharzer Gipskarsts, der als Hotspot der Artenvielfalt gilt. Er warnt vor der Zerstörung dieser Landschaft, die nicht wiederherstellbar sei.



