Kuba erlebt den dritten landesweiten Stromausfall innerhalb weniger Tage. Wie das kubanische Energieministerium mitteilte, kam es zu einer „vollständigen Trennung des Stromsystems“. Ursache sei eine Störung in einem Block eines Wärmekraftwerks gewesen. Die Behörden hätten umgehend die Protokolle zur Wiederherstellung der Stromversorgung aktiviert.
Blackout legt Havanna lahm
Fotos zeigen, dass am Dienstagabend die berühmte Flaniermeile Malecón in Havanna weitgehend im Dunkeln lag. Auch Stunden nach dem Zusammenbruch des Netzes war die Versorgung in einigen Landesteilen weiterhin unterbrochen. Das Energieministerium postete laufend Updates über Gebiete, die nach und nach wieder ans Netz angeschlossen wurden.
Marode Infrastruktur und US-Sanktionen
Kuba leidet unter einer schweren Energiekrise, die durch die marode Infrastruktur und das von den USA verhängte Ölembargo verschärft wird. Viele der jahrzehntealten Wärmekraftwerke sind störanfällig, zudem fehlt es häufig an Treibstoff für die Stromerzeugung. Die Regierung macht dafür unter anderem das US-Handelsembargo und weitere Sanktionen Washingtons verantwortlich. US-Präsident Donald Trump hatte Ländern, die Öl nach Kuba exportieren, zuletzt im Januar mit Strafzöllen gedroht, woraufhin die Treibstofflieferungen aus dem Ausland nahezu zum Erliegen kamen.
Soziale Spannungen nehmen zu
Die chronischen Ausfälle verschärfen die sozialen Spannungen auf der Insel. In der vergangenen Woche war es in der Hauptstadt Havanna nach einem Blackout zu Protesten gekommen. Die rund zehn Millionen Einwohner Kubas sind von der Energiekrise massiv betroffen. Das Energieministerium arbeitet nach eigenen Angaben daran, die Stromversorgung so schnell wie möglich wiederherzustellen.



