Geschäftszahlen-Newsblog: ASML, DocMorris, Richemont, JP Morgan im Fokus
Geschäftszahlen-Newsblog: ASML, DocMorris, Richemont, JP Morgan

Der Chipausrüster ASML rechnet dank des Booms von Künstlicher Intelligenz mit noch besseren Geschäften im laufenden Jahr. Der Umsatz soll nun 43 bis 45 Milliarden Euro erreichen, teilte das im EuroStoxx 50 gelistete Unternehmen am Mittwoch im niederländischen Veldhoven mit. Erst im April hatte das Management seine Prognose auf 36 bis 40 Milliarden Euro angehoben. Die Bruttomarge soll mit 54 bis 56 Prozent nun ebenfalls höher ausfallen als zuletzt gedacht. Die neuen Zielwerte übertreffen auch die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten.

ASML übertrifft Erwartungen im zweiten Quartal

Im zweiten Quartal steigerte ASML den Umsatz überraschend stark auf gut 9,3 Milliarden Euro nach knapp 8,8 Milliarden im ersten Quartal. Die Bruttomarge stieg von 53 auf 54 Prozent und übertraf ebenfalls die Erwartungen von Experten. Unter dem Strich verdiente der Konzern gut 2,9 Milliarden Euro nach knapp 2,8 Milliarden im ersten Jahresviertel.

DocMorris wächst dank boomendem E-Rezept-Geschäft

DocMorris hat im zweiten Quartal dank eines stark wachsenden Geschäfts mit rezeptpflichtigen Medikamenten kräftig zugelegt. Der Umsatz stieg um 15,2 Prozent auf knapp 309,7 Millionen Franken, wie die Schweizer Online-Apotheke am Mittwoch mitteilte. Allein das Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten (Rx) schwoll um 45,8 Prozent an. Die Sparte Digital Services legte um 80 Prozent zu. „Unsere Umsatzdynamik hat im zweiten Quartal 2026 nochmals spürbar an Fahrt aufgenommen“, erklärte Firmenchef Walter Hess. Mit dieser Entwicklung sei das Unternehmen auf Kurs, im laufenden Jahr die Gewinnschwelle auf der Stufe des Betriebsergebnisses (Ebitda) zu erreichen, ergänzte Finanzchef Daniel Wüest. Eine aktualisierte Prognose für das Gesamtjahr will DocMorris am 19. August veröffentlichen.

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Cartier-Mutter Richemont setzt ein Fünftel mehr um

Beim Luxusgüterkonzern Richemont hält der Lauf im Schmuckgeschäft an. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 (per Ende Juni) zog der Konzernumsatz in Lokalwährungen um 20 Prozent auf 6,3 Milliarden Dollar an, wie das Schweizer Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Damit übertraf Richemont die von Visible Alpha erhobenen Analystenschätzungen von durchschnittlich 5,9 Milliarden Euro klar. Das Schmuckgeschäft, zu dem die Juweliere Cartier und Van Cleef & Arpels gehören, setzte 24 Prozent mehr um und verzeichnete damit erneut ein zweistelliges Plus. Das Uhrengeschäft entwickelte sich verhaltener. Der Spartenumsatz des Herstellers von Uhren der Marken IWC, A. Lange & Söhne oder Jaeger-LeCoultre stieg um acht Prozent.

JP Morgan verdient Milliarden mit Börsengängen und Investmentbanking

Die US-Großbank JPMorgan Chase hat im zweiten Quartal dank florierender Geschäfte im Investmentbanking und einer Erholung bei Börsengängen deutlich mehr verdient. Der Gewinn des größten US-Geldhauses stieg in den drei Monaten bis Ende Juni auf 21,2 Milliarden Dollar nach 14,99 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum, wie die Bank am Dienstag mitteilte. Je Aktie entsprach dies einem Ergebnis von 7,70 Dollar nach 5,24 Dollar vor einem Jahr. Die Erträge im Investmentbanking kletterten um 30 Prozent und übertrafen damit die eigenen Erwartungen des Geldhauses. JPMorgan profitierte von einer spürbaren Belebung des weltweiten Fusions- und Übernahmegeschäfts sowie von großen Börsengängen. Unter anderem begleitete die Bank das Debüt des Raumfahrtunternehmens SpaceX von Elon Musk, das mit einer Bewertung von mehr als zwei Billionen Dollar die größte Erstnotiz der Geschichte war.

Weitere Unternehmenszahlen im Überblick

Der schwedische Netzwerkausrüster Ericsson hat im zweiten Quartal infolge der Kostensteigerungen Einbußen verzeichnet, dabei aber mehr verdient als erwartet. Der bereinigte Betriebsgewinn sank um sieben Prozent auf 6,52 Milliarden schwedische Kronen (rund 590 Millionen Euro), wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 6,42 Milliarden Kronen gerechnet. Der Umsatz fiel um sechs Prozent auf 52,7 Milliarden Kronen und verfehlte damit die Markterwartung von 53,6 Milliarden. „Wir haben im zweiten Quartal Maßnahmen ergriffen, um die Kosteninflation bei den Komponenten abzumildern“, erklärte der scheidende Konzernchef Börje Ekholm.

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Der Bahntechnikkonzern Vossloh wird vorsichtiger bei seinen Umsatz- und Gewinnprognosen. Den aktuellen Nachfrage- und Kostenentwicklungen könne man sich nicht vollständig entziehen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Das zeige sich in geringeren Abrufen aus Rahmenverträgen in einzelnen Ländern. Außerdem dürften sich einzelne Lieferungen in das kommende Jahr verschieben. Zudem könnten höhere Beschaffungs- und Logistikkosten nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden. Deshalb erwarte das Unternehmen für das laufende Jahr nur noch einen Umsatz zwischen 1,51 und 1,61 (Vorjahr: 1,343) Milliarden Euro – bisher waren 1,56 bis 1,66 Milliarden Euro prognostiziert.

Das Hamburger Biotechunternehmen Evotec hat nach einem mauen ersten Halbjahr seine Umsatz- und Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2026 gesenkt. Der Konzern erwartet für das laufende Jahr nun einen Umsatz von 570 bis 610 Millionen Euro statt der zuvor prognostizierten 700 bis 780 Millionen Euro, wie Evotec am Montagabend auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) soll bei minus 70 bis minus 105 Millionen Euro liegen. Bislang hatte das Unternehmen mit einem ausgeglichenen Ergebnis bis zu einem Gewinn von 40 Millionen Euro gerechnet.

Die Hamburger Containerreederei Hapag-Lloyd hat dank einer starken Nachfrage und gestiegener Frachtraten ihre Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben. Der Vorstand erwarte für 2026 nun ein operatives Ergebnis (Ebitda) von 2,7 bis 3,7 Milliarden Dollar (rund 2,3 bis 3,3 Milliarden Euro), teilte das Unternehmen am Montag mit. Der Konzern war von 1,1 bis 3,1 Milliarden ausgegangen. Wegen volatiler Frachtraten und großer geopolitischer Herausforderungen sei die Prognose jedoch mit hoher Unsicherheit behaftet.

Der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger TSMC hat dank des anhaltenden Booms bei Künstlicher Intelligenz (KI) seinen Umsatz im abgelaufenen zweiten Quartal kräftig gesteigert. Die Erlöse kletterten von April bis Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 36 Prozent auf 1,27 Billionen Taiwan-Dollar (rund 34,64 Milliarden Euro), wie der taiwanesische Konzern am Montag mitteilte. Von LSEG befragte Analysten hatten im Schnitt mit 1,26 Billionen Taiwan-Dollar gerechnet.

Volkswagen AG hat im ersten Halbjahr 4,1 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert und damit gut sechs Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie das Handelsblatt berichtet. In China ging der Absatz um mehr als ein Viertel zurück. Auch in Nordamerika lag der Absatz im ersten Halbjahr um mehr als drei Prozent unter dem Vorjahreswert, obwohl die Auslieferungen im zweiten Quartal um mehr als sieben Prozent stiegen. In Europa legte der Konzern dagegen zu.

BMW hat im ersten Halbjahr weltweit rund 1,15 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert, wie das Handelsblatt berichtet. Das entspricht einem Rückgang von etwas mehr als vier Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im zweiten Quartal brachen die Auslieferungen in China um gut 30 Prozent ein. In den USA stiegen die Auslieferungen um gut vier Prozent, in Europa um 5,4 Prozent.

Covestro veröffentlicht bereits am Donnerstag die folgenden vorläufigen Finanzkennzahlen für das erste Halbjahr 2026: Der vorläufige Umsatz beträgt EUR 6.729 Mio. Das vorläufige EBITDA beträgt EUR 669 Mio. Diese Ergebnisentwicklung ist im Wesentlichen auf höhere Preise zurückzuführen, während Rohstoffkosten erst zeitlich verzögert anstiegen. Infolgedessen passt Covestro für das Geschäftsjahr 2026 seine Prognose für das EBITDA an, das nun deutlich oberhalb des Vorjahres erwartet wird.

Südzucker hat im ersten Quartal des Bilanzjahres 2026/27 dank Kostensenkungen und guter Geschäfte in einzelnen Sparten den Gewinn deutlich gesteigert. Das operative Ergebnis (Ebitda) sei in den drei Monaten bis Ende Mai auf 135 (Vorjahr: 96) Millionen Euro geklettert, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Der Umsatz sei derweil auf 2,06 (Vorjahr: 2,2) Milliarden Euro geschrumpft.

Levi Strauss hat nach einem überraschend starken Quartal seine Umsatz- und Gewinnprognose für das Gesamtjahr angehoben. Der US-Jeanshersteller rechnet für das Geschäftsjahr 2026 nun mit einem Umsatzwachstum von 7,0 bis 7,5 Prozent, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Zuvor war ein Plus von 5,5 bis 6,5 Prozent erwartet worden.

Der weltgrößte Elektronik-Auftragsfertiger Foxconn hat seinen Umsatz dank der rasant wachsenden Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz (KI) sprunghaft gesteigert. Im zweiten Quartal wuchsen die Erlöse im Jahresvergleich um fast 40 Prozent auf rund 2,5 Billionen Taiwan-Dollar (knapp 69 Milliarden Euro), wie das Unternehmen am Sonntag mitteilte.

Trotz wachsender Umsätze bei der Modekette Primark rechnet der Mutterkonzern AB Foods für das laufende Geschäftsjahr weiterhin mit einem Rückgang des bereinigten Betriebsgewinns. Grund dafür sei vor allem das schwächelnde Zuckergeschäft, dessen Umsatz im dritten Quartal um vier Prozent gesunken sei, teilte AB Foods am Mittwoch mit.

Der weltgrößte Sportartikelhersteller Nike hat im abgelaufenen Quartal die Erwartungen der Wall Street übertroffen. Die Erlöse im vierten Geschäftsquartal beliefen sich auf 10,97 Milliarden Dollar, wie der Adidas-Konkurrent am Dienstag mitteilte. Analysten hatten laut LSEG-Daten im Schnitt mit 10,86 Milliarden Dollar gerechnet.

Positive Geschäftsentwicklungen bei den Beteiligungsfirmen haben dem Technologie-Investor Prosus zu einem Umsatz- und Gewinnsprung verholfen. Erstmals schrieben Verbraucherplattformen in sämtlichen Regionen Gewinne, teilte der Delivery Hero-Großaktionär am Montag mit. Der Prosus-Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2025/2026 um 57 Prozent auf 9,7 Milliarden Dollar.

Der Online-Broker FlatexDegiro wird seine Umsatz- und Ertragsziele für 2027 nach eigener Einschätzung schon in diesem Jahr erreichen. Nach einem guten ersten Halbjahr sei für 2026 mit einem Umsatzsprung um 16 Prozent auf 650 Millionen Euro zu rechnen, das Konzernergebnis werde um 25 Prozent auf rund 200 Millionen Euro steigen, teilte FlatexDegiro am Freitag mit.

Lieferengpässe asiatischer Wettbewerber lassen die Kunden verstärkt zu Produkten des Spezialchemiekonzerns Evonik greifen. Dieser hebt nun aufgrund guter Geschäfte im zweiten Quartal seine Prognose an. Auf Basis vorläufiger Zahlen erwarte Evonik für das zweite Quartal einen bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) zwischen 600 und 650 Millionen Euro und liege damit im Mittel 23 Prozent über dem Vorjahreswert von 509 Millionen Euro, teilte der Essener Konzern am Freitag mit.

Der schwedische Modekonzern H&M hat sich mit einem zu straffen Lagermanagement selbst ausgebremst und im Frühjahr die Gewinnerwartungen der Analysten verfehlt. Firmenchef Daniel Erver räumte am Donnerstag ein, dass das Bestandsmanagement in einigen Fällen die Fähigkeit beeinträchtigt habe, die Nachfrage vollständig zu befriedigen. Im zweiten Geschäftsquartal (März bis Mai) stagnierte das operative Ergebnis bei 5,91 Milliarden Kronen (rund 525 Millionen Euro), wie das Unternehmen mitteilte.

Der Essener Chemikalienhändler Brenntag profitiert vom Iran-Krieg und der Blockade der Straße von Hormus und hebt seine Gewinnerwartungen für 2026 an. Das operative Ergebnis (Ebitda) werde im zweiten Quartal mit 450 (Vorjahr: 334) Millionen Euro über den Erwartungen der Analysten liegen, teilte das Unternehmen am Montagabend mit. Diese hatten Brenntag im Schnitt nur 367 Millionen Euro zugetraut.

Gestiegene Kosten haben dem Baumarktkonzern Hornbach im ersten Geschäftsquartal trotz eines Umsatzwachstums einen Gewinnrückgang eingebrockt. Zwar stiegen die Erlöse in den Monaten März bis Mai um 4,9 Prozent auf 2,0 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) stagnierte bei 161 Millionen Euro.

Die starke Nachfrage nach Luxusartikeln hat der US-Kaufhauskette Macy's das erste Umsatzwachstum in einem Quartal seit fast vier Jahren beschert. Daraufhin hob der Konzern seine Jahresprognose an. „Die Kunden von Macy's, die überwiegend über mittlere bis hohe Einkommen verfügen, haben sich im ersten Quartal als widerstandsfähig erwiesen“, sagte Konzernchef Tony Spring am Mittwoch. Im abgelaufenen Quartal stiegen die Erlöse um 1,8 Prozent auf 4,68 Milliarden Dollar.

Hewlett Packard Enterprise (HPE) hat dank des rasanten Ausbaus von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) im zweiten Quartal Rekordergebnisse erzielt und seine langfristigen Finanzziele um zwei Jahre vorgezogen. Der Umsatz stieg um 40 Prozent auf 10,7 Milliarden Dollar und übertraf damit die durchschnittlichen Analystenschätzungen von 9,8 Milliarden Dollar deutlich, wie aus LSEG-Daten hervorgeht.