Mexikaner stirbt bei Flucht vor ICE in Florida
Mexikaner stirbt bei Flucht vor ICE in Florida

Ein 28-jähriger Mexikaner ist in Florida bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen, als er vor Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE flüchtete. Der Vorfall ereignete sich am Dienstagmorgen (Ortszeit) auf einem Tankstellenparkplatz in der Nähe von St. Augustine, einer bei Touristen beliebten Stadt. Nach Angaben der Autobahnpolizei von Florida wurde der Mann von einem Sattelzug erfasst und tödlich verletzt, während er zu Fuß vor den Beamten floh. Der Mann soll aus Mexiko stammen, wie ein Sprecher des Heimatschutzministeriums der dpa bestätigte.

Hintergrund des Einsatzes unklar

An dem Einsatz waren neben ICE auch die Abteilung HSI des Heimatschutzministeriums beteiligt, die für grenzüberschreitende Verbrechen zuständig ist. Die genauen Umstände des Einsatzes blieben zunächst unklar. Die Autobahnpolizei teilte mit, dass der Mann mit drei weiteren Insassen eines Wagens vor den Beamten geflüchtet sei. Die Washington Post berichtete als erstes über den Vorfall.

Die demokratische Abgeordnete des Repräsentantenhauses, Angie Nixon aus Jacksonville, kritisierte die Behörde scharf: „Ob ICE-Agenten nun einen Vater auf den Straßen von Houston niederschießen, einen jungen Mann in Maine erschießen oder Einsätze direkt hier im Nordosten Floridas durchführen, die in einem tödlichen Unfall enden – das Ergebnis ist dasselbe: Angst, Chaos und Tod“, sagte sie der Washington Post.

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Bereits dritter Todesfall im Kontext mit ICE

In den vergangenen Tagen waren bereits zwei weitere Menschen im Zusammenhang mit ICE-Einsätzen gestorben. In Houston, Texas, erschoss ein ICE-Beamter den Einwanderer Lorenzo Salgado Araujo aus Mexiko bei einer Kontrolle. In Maine starb ein 26-jähriger Mann aus Kolumbien, der eine Arbeitserlaubnis in den USA hatte. Lokale Bürgerrechtsorganisationen bestätigten die Identität des Opfers.

ICE hatte angekündigt, seine Einsatzpraxis zu ändern. Ein Großteil der nicht dringend erforderlichen Fahrzeugkontrollen werde vorerst eingestellt, berichteten US-Medien übereinstimmend unter Berufung auf informierte Quellen. Ein ICE-Sprecher sagte der AFP: „Wir überprüfen ständig unser Vorgehen, um unsere Beamten sicher und Kriminelle von den Straßen wegzuhalten. Wir werden unsere Strafverfolgungstaktiken nicht preisgeben oder diskutieren.“

Mexiko schaltet UN ein

Mexiko hat wegen der Todesfälle mexikanischer Staatsbürger im Zusammenhang mit ICE den UN-Hochkommissar für Menschenrechte eingeschaltet. Außenminister Roberto Velasco bat Hochkommissar Volker Türk in einem Schreiben, die Todesfälle prüfen zu lassen und Informationen von den US-Behörden einzuholen. Das Büro des Hochkommissars solle prüfen, ob die Vorfälle mit den internationalen Menschenrechtsverpflichtungen der USA vereinbar seien, und gegebenenfalls Empfehlungen aussprechen oder den Fall an den UN-Menschenrechtsrat weiterleiten.

Präsidentin Claudia Sheinbaum hatte bereits in der vergangenen Woche angekündigt, nicht nur diplomatisch, sondern auch juristisch gegen die Verantwortlichen vorzugehen. Nach Angaben der mexikanischen Regierung starben bislang drei Mexikaner bei ICE-Einsätzen und 14 weitere in Abschiebehaft.

UN alarmiert über ICE-Vorgehen

Die Vereinten Nationen hatten sich bereits zuvor alarmiert gezeigt. UN-Hochkommissar Türk erklärte, dass in den ersten fünf Monaten des Jahres 18 Menschen im Gewahrsam der ICE-Behörde gestorben seien. Im Vorjahr waren es insgesamt 33, 2024 elf. Türk kritisierte den Mangel an Transparenz zu den Umständen der Todesfälle. Aktuellen offiziellen Daten zufolge hält ICE derzeit über 60.000 Personen fest, verglichen mit rund 40.000 Anfang 2025.

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