Auf der Oberelbe von Tschechien bis Magdeburg können bis voraussichtlich September keine Güterschiffe mehr fahren. Grund ist das extrem niedrige Wasser aufgrund der anhaltenden Dürre. Die Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe (SBO) teilten mit, dass eine wirtschaftliche Güterschifffahrt derzeit nicht möglich sei und daher keine Schiffe unterwegs seien.
Früher Beginn des Niedrigwassers
Heiko Loroff, Geschäftsführer der SBO, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, dass man die sommerliche Niedrigwassersituation zwar aus den Vorjahren kenne. „Allerdings hatten wir in diesem Jahr bereits sehr früh einen sehr geringen Elbpegel (ab Ende April), sodass wir es nicht geschafft haben, alle Transporte rechtzeitig an ihr Ziel zu bringen“, so Loroff. Vor allem Großraum- und Schwertransporte warten daher in den Häfen auf einen höheren Wasserstand, da sie nicht auf Schiene oder Straße ausweichen können. Bei Wasserständen unter einem Meter fahren laut Loroff keine Güterschiffe über die Elbe; am Pegel in Dresden wurden am Morgen nur 68 Zentimeter gemessen.
Hoffnung auf Besserung im September
„Wir hoffen natürlich auf schnellstmögliche Besserung der Situation, realistisch gesehen wird das jedoch sicherlich nicht vor September passieren“, sagte Loroff. Der vorhandene Schiffsraum sei in schiffbare Fahrgebiete verlegt worden. Erst wenn die Oberelbe wieder dauerhaft nutzbar sei, würden sie zurückgeführt. Bis dahin nutzten die SBO Straße und Schiene. Auch die Ausflugsschiffe der Weißen Flotte in Dresden sind betroffen: Die Dampfer können nur bei Pegelständen ab mindestens 50 Zentimetern fahren, was zu Einschränkungen auf den Strecken nach Meißen und in die Sächsische Schweiz führte.
Einschränkungen auch auf Donau und Main
Auf der Donau fahren Güterschiffe noch, allerdings mit deutlich reduzierter Ladung. Wegen des Niedrigwassers müssen die Schiffe leichter sein, um nicht auf Grund zu laufen. Eine Sprecherin des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Donau MDK in Nürnberg sagte, dass manche Güterschiffe mit einem regulären Fassungsvermögen von 2000 Tonnen aktuell nur 300 bis 500 Tonnen laden könnten. Die übrige Fracht werde in Häfen zwischengelagert. Auf dem Main, dem Main-Donau-Kanal und den ausgebauten Teilen der Donau werde der Wasserstand durch Staustufen reguliert, erklärte die Sprecherin. Zum Nadelöhr für die Güterschifffahrt wird der nicht ausgebaute Donauabschnitt zwischen Straubing und Vilshofen in Bayern. Schiffe müssen ihren Tiefgang täglich aktuell dem jeweiligen Wasserstand anpassen. An manchen Stellen der Donau floss zuletzt nur noch ein Sechstel der üblichen Wassermenge.



