Erneut verletzter Buckelwal an Ostseeküste entdeckt – Schicksal erinnert an Timmy
Erneut verletzter Buckelwal an Ostseeküste entdeckt

Ein verletzter Buckelwal sorgt an der deutschen Ostseeküste für Aufsehen. Das etwa acht Meter lange Tier wurde am 17. Juli erstmals vor Kiel gesichtet und treibt seither orientierungslos in der Ostsee. Am Montag tauchte es im Hafen von Wismar auf, wo es sich nahe an Booten bewegte. Mittlerweile wurde es auch in der Flensburger Förde, vor Wustrow und nahe Dierhagen gesichtet. Die Wasserschutzpolizei beobachtet das Tier in der Wismarer Bucht.

Verletzungen am Rücken deutlich sichtbar

Meeresbiologin Lisa Klemens vom Deutschen Meeresmuseum erklärte: „Anhand des Bildmaterials lässt sich jedoch nicht feststellen, wodurch die Verletzungen verursacht wurden. Für eine verlässliche Einschätzung wären weitere Aufnahmen oder eine Untersuchung erforderlich.“ Die Wunden im Bereich des Rückens vor der Finne sind deutlich zu erkennen. Experten vermuten, dass der Wal bereits einmal gestrandet sein könnte, ähnlich wie der Buckelwal Timmy.

Die weiße Verfärbung am Rücken ist auffällig. Bereits im Juni war dieses Exemplar in Schottland und Dänemark durch diese Färbung aufgefallen. Ob die helle Haut auch auf dem Bauch zu finden ist, können Meeresbiologen derzeit nicht beurteilen.

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Odyssee erinnert an tragischen Fall Timmy

Erst vor knapp drei Monaten hatte Buckelwal Timmy die deutsche Ostseeküste in Atem gehalten. Auch er war im Hafen von Wismar aufgetaucht, strandete mehrfach und wurde schließlich von einer privaten Initiative in einem umstrittenen Transport in die Nordsee gebracht. Mitte Mai wurde ein toter Wal vor der dänischen Insel Anholt entdeckt, der per Sender als Timmy identifiziert wurde.

Das Schicksal des aktuellen Wals ist noch ungewiss. Nach Angaben der Umweltministerien von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern kann das Tier seit zwei Wochen nicht den Weg zurück in den Nordatlantik finden. „Es ist sehr wahrscheinlich derselbe Wal, der bereits in Schottland und Dänemark gesichtet wurde“, so eine Sprecherin des Ministeriums.

Behörden rufen zur Vorsicht auf

Die Wasserschutzpolizei und das Deutsche Meeresmuseum bitten Schaulustige, den Wal nicht zu bedrängen. Bootsfahrer sollen ausreichend Abstand halten, um das bereits verletzte Tier nicht zusätzlich zu stressen. Am Mittwoch wurde der Wal vor der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst gemeldet, später auch bei Wustrow. Besucher konnten ihn von der Seebrücke aus beobachten.

Eine Besserung des Zustands ist nicht abzusehen. Die Verletzungen am Rücken könnten von einer früheren Strandung oder von Schiffsschrauben stammen. Solange keine genauere Untersuchung möglich ist, bleibt die Ursache unklar. Die Behörden beobachten die Lage und stehen in Kontakt mit Meeresbiologen, um gegebenenfalls eine Rettungsaktion zu planen.

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