Fast 1000 Brände in Europa: Doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum
Fast 1000 Brände in Europa – doppelt so viele

In Europa wurden in diesem Jahr bereits fast 1000 Brände registriert – doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das geht aus aktuellen Daten der Europäischen Waldbrandinformationssysteme hervor. Besonders betroffen sind Südfrankreich und Portugal, wo Tausende Menschen vor den Flammen fliehen mussten. Auch der Krieg in der Ukraine trägt zur erhöhten Feuergefahr bei.

Rekordzahlen bei Waldbränden

Laut dem Europäischen Waldbrandinformationssystem (EFFIS) wurden bis Anfang Juli 2026 rund 980 Brände gezählt. Im Vergleich zum Durchschnitt der letzten fünf Jahre bedeutet das eine Verdopplung. Die verbrannte Fläche liegt bei über 500.000 Hektar – etwa der Größe von Rheinland-Pfalz. Besonders dramatisch ist die Lage in Portugal: Dort wüteten mehrere Großbrände gleichzeitig, die Hunderte von Häusern zerstörten und mindestens drei Menschenleben forderten.

Südfrankreich: Evakuierungen und Löscheinsätze

In Südfrankreich, insbesondere in der Region um Marseille und Nizza, kämpfen Feuerwehrleute seit Tagen gegen einen ausufernden Brand. Über 2000 Einsatzkräfte sind im Einsatz, unterstützt von Löschflugzeugen und Hubschraubern. Die Behörden ordneten die Evakuierung von mehr als 5000 Menschen an. „Die Lage ist ernst, aber wir haben die Brände unter Kontrolle“, erklärte ein Sprecher der französischen Feuerwehr. Dennoch bleibt die Gefahr hoch, da starke Winde die Flammen immer wieder neu entfachen.

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Krieg in der Ukraine als Brandfaktor

Ein ungewöhnlicher Faktor für die erhöhte Brandgefahr ist der Krieg in der Ukraine. Durch Kampfhandlungen und Explosionen entstehen immer wieder Feuer, die sich in den trockenen Wäldern schnell ausbreiten. Zudem fehlt es an Löschkapazitäten, da viele Feuerwehrleute im Kriegseinsatz sind. „Die Brände in der Ukraine verschärfen die Gesamtsituation in Europa“, sagte eine Sprecherin des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP). In diesem Jahr wurden allein in der Ukraine über 200 Brände registriert.

Klimawandel als Treiber

Experten machen vor allem den Klimawandel für die Zunahme von Waldbränden verantwortlich. Hitzewellen und langanhaltende Trockenperioden schaffen ideale Bedingungen für Feuer. „Wir erleben eine neue Dimension von Waldbränden, die durch den Klimawandel verstärkt wird“, warnte ein Forscher des Max-Planck-Instituts für Chemie. Die Temperaturen in Südeuropa lagen im Juni 2026 bis zu fünf Grad über dem langjährigen Mittel. Auch die Niederschlagsmengen waren in vielen Regionen deutlich geringer.

Auswirkungen auf Mensch und Umwelt

Die Brände haben verheerende Auswirkungen: Neben den direkten Schäden für die betroffenen Menschen leiden auch die Ökosysteme. Die Luftqualität ist in weiten Teilen Südeuropas stark beeinträchtigt. In Portugal und Frankreich wurden Smogalarme ausgelöst. Die wirtschaftlichen Schäden werden auf mehrere Milliarden Euro geschätzt. Die EU hat bereits Hilfsgelder in Höhe von 500 Millionen Euro bereitgestellt. „Wir müssen jetzt handeln, um künftige Katastrophen zu verhindern“, forderte EU-Kommissar für Katastrophenschutz, Janez Lenarčič.

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