Der Brand auf dem ehemaligen Militärgelände in Jüterbog ist auch in der Nacht nicht erloschen. Die Löscharbeiten laufen seit dem Donnerstagmorgen wieder mit voller Stärke. Wie eine Sprecherin der Regionalleitstelle mitteilte, war die Zahl der Einsatzkräfte in der Nacht aus Sicherheitsgründen reduziert worden. Das Feuer war am Mittwoch ausgebrochen und hat sich inzwischen auf eine große Fläche ausgebreitet.
250 Hektar betroffen
Nach Angaben der Leitstelle stehen insgesamt rund 250 Hektar des ehemaligen Truppenübungsplatzes in Flammen. Diese Fläche entspricht ungefähr der Größe der öffentlich zugänglichen Bereiche des Tempelhofer Feldes in Berlin. Der Vergleich zeigt die Dimension des Feuers: Das Tempelhofer Feld ist eine der bekanntesten innerstädtischen Freiflächen Deutschlands. In Jüterbog jedoch brennt eine ebenso große Fläche auf einem Gelände, das wegen Munitionsbelastung nicht betreten werden kann.
Munitionsreste verhindern direkten Löschangriff
Die Feuerwehr kann die Brände nicht direkt bekämpfen. Auf dem Areal liegen massive Munitionsreste im Boden, die bei Hitze explodieren können. Ein Vordringen in die Brandfläche wäre für die Einsatzkräfte lebensgefährlich. Deshalb werden die Flammen von den Rändern aus gelöscht, so gut es geht. Zudem erschwerte der Wind die Löscharbeiten. Wie die Regionalleitstelle berichtete, facht er die Glut immer wieder an und treibt Rauchschwaden in Richtung der umliegenden Orte.
Solche Brände auf munitionsbelasteten Flächen sind besonders tückisch. Unter der Oberfläche können sich Glutnester bilden, die Tage später wieder aufflammen. Auch deshalb ist ein Ende des Einsatzes bislang nicht abzusehen.
Zweites Feuer innerhalb einer Woche
Es ist bereits das zweite Feuer auf dem Gelände binnen weniger Tage. Am vergangenen Wochenende hatte auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Jüterbog West ein Waldstück in Flammen gestanden. Die betroffene Fläche von ungefähr acht Hektar wurde damals mithilfe einer Drohne vermessen. Jetzt sind die Flammen erneut ausgebrochen – und haben sich deutlich schneller und großflächiger ausgebreitet.
Die Häufung der Vorfälle zeigt, wie schwierig der Umgang mit den militärischen Altlasten in der Region ist. Das Gelände in Jüterbog war über viele Jahrzehnte militärisch genutzt worden – zunächst durch die deutsche Wehrmacht, später durch die sowjetischen Streitkräfte. Nach deren Abzug blieben große Mengen an Kampfmitteln und anderen Schadstoffen zurück.
Löscharbeiten voraussichtlich über den Tag hinaus
Die Einsatzkräfte bleiben mit voller Stärke vor Ort. Wegen der anhaltenden Gefahr durch Munitionsreste und der unwegsamen Bodenbeschaffenheit werden die Löscharbeiten noch mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Die Regionalleitstelle rechnet damit, dass der Einsatz auch am Nachmittag weitergehen wird. Weitere Informationen zu Ursache und Entwicklungen sollen folgen, sobald die Lage sicher beurteilt werden kann.



