Bente Kirschstein war mit ihrer Familie auf einem Campingplatz in Frankreich, als sich die Situation plötzlich zuspitzte. Der Himmel hinter den Pinien färbte sich rot, und die Nachricht verbreitete sich: Ein Waldbrand näherte sich. „Irgendwer sagt, es seien noch 20 Kilometer“, berichtet Kirschstein. Diese Distanz erschien ihr unsicher, denn bei einem Feuer kann sich die Lage innerhalb von Minuten ändern. Die Familie musste fliehen – mit fast leerem Tank und der quälenden Unsicherheit, ob sie die richtigen Entscheidungen trafen.
Die kritische Situation auf dem Campingplatz
Der Campingplatz lag in einer waldreichen Region Frankreichs, die in den Sommermonaten häufig von Bränden heimgesucht wird. Die Familie genoss eigentlich die Ferien, als die ersten Warnungen eintrafen. Zunächst schien die Gefahr noch fern, doch dann wurde der Rauch sichtbar. Kirschstein beschrieb, wie die Angst langsam wuchs: „Man fragt sich, wie weit das Feuer weg ist und ob man überhaupt genug Zeit hat.“ Die Antwort war ein einziges „Vielleicht“.
Flucht mit fast leerem Tank
Die größte Sorge galt dem Benzin. Der Tank des Wagens war nur noch zu einem geringen Teil gefüllt, und die nächste Tankstelle war möglicherweise bereits evakuiert oder überfüllt. Kirschstein entschied sich dennoch zur sofortigen Abfahrt. „Jede Minute zählte“, sagte sie. Die Straßen waren voller anderer Flüchtender, die alle dasselbe Ziel hatten: Sicherheit. Die Atmosphäre im Auto war angespannt, die Kinder waren verängstigt. Die 20 Kilometer, die das Feuer noch entfernt sein sollten, erschienen wie eine Ewigkeit.
Die psychische Belastung der Betroffenen
Nicht nur die physische Gefahr, sondern auch die psychische Belastung war enorm. Die Familie wusste nicht, ob ihr Hab und Gut auf dem Campingplatz verschont bleiben würde. Inmitten der Hektik gab es keine Zeit, persönliche Gegenstände zu sichern. Kirschstein reflektiert: „Man hat nur die nackte Angst im Kopf – nichts anderes zählt.“ Diese Erfahrung zeigt, wie verletzlich Touristen in Katastrophengebieten sind.
Lehren aus der Erfahrung
Experten raten, bei Waldbrandgefahr stets vollgetankt zu sein und sich über Fluchtwege zu informieren. Die Familie Kirschstein hatte Glück – sie entkam unverletzt. Doch der Vorfall wirft Fragen zur Vorbereitung von Campingplätzen auf. Viele Einrichtungen in Südeuropa sind nicht ausreichend auf solche Notfälle vorbereitet. Die Betreiber sollten Frühwarnsysteme und Evakuierungspläne verbessern, um Urlauber besser zu schützen.
Insgesamt verdeutlicht die Flucht von Bente Kirschstein die unmittelbare Bedrohung, die Waldbrände für Menschen in betroffenen Regionen darstellen. Die 20 Kilometer Distanz sind trügerisch – sie können in kürzester Zeit auf null schrumpfen. Die Familie wird diesen Urlaub nie vergessen. Und sie mahnt: Wer in feuergefährdeten Gegenden campt, sollte immer einen Plan B haben.



