Glasscherbenvilla in Passau: Einzigartiges Bauwerk mit bunter Fassade
Glasscherbenvilla Passau: Einzigartiges Bauwerk

In der ostbayerischen Stadt Passau steht ein außergewöhnliches Herrenhaus, das im Volksmund als Glasscherbenvilla bekannt ist. Die Fassade des Gebäudes in der Ostuzzistraße ist vollständig mit bunten Scherben aus Glas und Porzellan bedeckt, ergänzt durch Gestaltungselemente aus verschiedenen Epochen. Dieses architektonische Schmuckstück verdankt seine Entstehung einem raffinierten Kniff seines Erbauers, des italienischen Architekten Aristide Ostuzzi.

Architekt überraschte mit ungewöhnlichem Bauwerk

Im März 1901 wandte sich Aristide Ostuzzi an die Behörden der Stadt Passau. Laut der Deutschen Stiftung Denkmalschutz beantragte er lediglich den Bau eines schlichten, dreistöckigen Hauses. Die Genehmigung erhielt er ohne Schwierigkeiten. Als das Gebäude 1903 fertiggestellt war, zeigte sich jedoch ein völlig anderes Bild: Aus dem genehmigten Wohnhaus war ein außergewöhnliches Gesamtkunstwerk geworden, das bis heute Besucher staunen lässt.

Drei Baustile vereint

Die Verzierungen an der Fassade setzte Ostuzzi nicht zufällig ein. Besucher entdecken geometrische Muster und Blumenornamente, aber auch zerschlagene Teller, Terrinen und Krüge sowie zerbrochene Heiligen- und Nippesfiguren. Vor allem bei Sonnenschein entfaltet das Haus seine besondere Wirkung, wenn die Scherben glitzern und die Fassade schimmert. Zur damaligen Zeit war es in Bayern und besonders im Bayerischen Wald üblich, Fassaden mit Glasbruch aus den örtlichen Glashütten zu verzieren. Möglicherweise ließ sich Ostuzzi auch von künstlichen Grotten inspirieren, die an barocken Fürstenhöfen mit Halbedelsteinen und Muscheln geschmückt wurden. Für seine Glasscherbenvilla kombinierte er Einflüsse aus Renaissance, Barock und Jugendstil.

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Die Villa befindet sich in der Ostuzzistraße, die nach dem Architekten benannt ist. Auch heute leben Menschen in dem außergewöhnlichen Haus, in dem einst der im italienischen Udine geborene Ostuzzi selbst wohnte. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz betreut das Bauwerk als schützenswertes Denkmal.

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