Die aktuellen Waldbrände in Griechenland haben den Küstenort Porto Germeno rund 60 Kilometer westlich von Athen mit voller Wucht getroffen. In dem Ort am Nordostufer des Golfs von Korinth sind nach Einschätzung des Vizebürgermeisters der umliegenden Gemeinde Mandra bis zu 100 Häuser verbrannt. Besonders kritisch ist die Lage, weil starke Winde die Flammen immer wieder anfachen und einen Löscheinsatz aus der Luft unmöglich machen.
Feuer an drei Fronten
Nach Angaben der Einsatzkräfte wütet das Feuer in Porto Germeno an drei Fronten. Dabei seien neben Wohnhäusern auch Viehställe und Landgüter zerstört worden, sagte ein Feuerwehrsprecher. Die Bewohner mehrerer Ortschaften wurden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Viele Menschen brachten sich vor den Flammen in Sicherheit, während die Feuerwehr versuchte, die Ausbreitung des Brandes zu verhindern.
Der Vizebürgermeister der Gemeinde Mandra schilderte die verzweifelte Lage gegenüber dem Nachrichtensender Ertnews: „Aufgrund der starken Winde können derzeit überhaupt keine Löschflugzeuge eingesetzt werden. Wir hoffen, dass der Wind nachlässt. Es gibt keine andere Möglichkeit.“
Löschflugzeuge und Helikopter am Boden
Normalerweise sind Löschflugzeuge ein entscheidendes Instrument im Kampf gegen Waldbrände. In Porto Germeno jedoch ist der Einsatz der Maschinen aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Der starke Wind würde das Abladen des Löschwassers unberechenbar machen und die Piloten gefährden. Die am Boden eingesetzten Feuerwehrleute sind dadurch auf sich allein gestellt.
Appell an die Anwohner
Der Vizebürgermeister appellierte an die Bevölkerung, die evakuierten Gebiete nicht wieder zu betreten: „Es gibt zu viel Rauch. Ich bitte die Bürger, unnötige Wege zu vermeiden, die Gefahr eines Wiederaufflammens ist groß. Menschenleben haben Vorrang.“ Auch am Boden hindern Rauch und Glutnester die Menschen an einer Rückkehr. Zudem besteht jederzeit die Gefahr, dass sich das Feuer bei den starken Winden erneut ausbreitet.
Höchste Waldbrandwarnstufe
Die Feuerwehr sprach von einem „schwierigen Tag für den Katastrophenschutz“. In der Region gilt die höchste Waldbrandwarnstufe – Kategorie 5. Diese Stufe wird ausgerufen, wenn die Kombination aus Trockenheit, hohen Temperaturen und Wind die Entstehung und schnelle Ausbreitung von Bränden begünstigt. Für die Einsatzkräfte bedeutet dies höchste Alarmbereitschaft.
Satellitenbilder zeigen Dimension
Dem Nachrichtensender vorliegende Satellitenbilder zeigen, dass das gefährdete und teils brennende Gebiet immer noch rund sechs mal sechs Kilometer groß ist. Das entspricht einer Fläche von etwa 36 Quadratkilometern. Die Einsatzkräfte am Boden versuchen derweil, Brandschneisen zu schlagen, um die Ausbreitung zu stoppen.
Anwohner, die bereits evakuiert wurden, hoffen auf ein schnelles Ende der Brände. Bis dahin bleibt die Lage angespannt. Die Behörden appellieren an alle Bewohner der Region, die Hinweise der Feuerwehr zu beachten und sich von den betroffenen Zonen fernzuhalten.



