H5-Vogelgrippe erreicht Australiens Festland: Seevögel und Robben betroffen
H5-Vogelgrippe erreicht Australiens Festland – Seevögel betroffen

Die gefährliche H5-Variante der Vogelgrippe hat erstmals das australische Festland erreicht. Ein toter Brauner Skua wurde an einem Strand im Cape-Le-Grand-Nationalpark in Westaustralien, etwa 700 Kilometer südöstlich von Perth, gefunden. Tests bestätigten den H5-Stamm der aviären Influenza. Ein weiterer erkrankter Seevogel wurde kurz darauf bei Esperance entdeckt und verendete. Bundeslandwirtschaftsministerin Julie Collins informierte über die Fälle, betonte jedoch, dass es keine Anzeichen für ein Massensterben oder eine Ausbreitung in Geflügelbeständen gebe.

Jahrelange Vorbereitung auf den Ernstfall

Australiens oberste Veterinärin Beth Cookson erklärte, man habe sich „lange und gewissenhaft auf genau diesen Fall vorbereitet“. Bereits im Oktober 2025 war der H5-Stamm auf den entlegenen Heard- und McDonald-Inseln im Südlichen Ozean nachgewiesen worden. Eine Expedition des Australischen Antarktisprogramms dokumentierte dort Hunderte tote See-Elefantenwelpen. Eine zweite Expedition im Januar 2026 ergab, dass über 13.000 Robbenwelpen – mehr als drei Viertel des Nachwuchses – der Seuche zum Opfer fielen. In einzelnen Kolonien lag die Todesrate bei bis zu 97 Prozent. Auch Königspinguine, Eselspinguine und Antarktische Pelzrobben wurden positiv getestet.

Bedrohung für die einzigartige Tierwelt

Die Australian Marine Conservation Society sprach von „verheerenden Nachrichten“. Die subantarktischen Inseln böten mehr als einer Million Robben und Seevögeln Lebensraum. BirdLife Australia warnte, dass bereits jede sechste australische Vogelart vom Aussterben bedroht sei. Die H5-Vogelgrippe stelle eine ernsthafte neue Herausforderung dar. Wissenschaftler befürchten, dass das Virus von den Crozet-Inseln, etwa 1700 Kilometer entfernt, nach Heard Island gelangte. Eine weitere Ausbreitung auf Macquarie Island könnte „möglicherweise verhängnisvoll“ sein, da dichte Brutkolonien gefährdeter Arten ideale Bedingungen für eine rapide Ausbreitung böten. Hinzu kommen Klimafaktoren: Die Meereserwärmung im Südosten Australiens ist überdurchschnittlich, und Hitzewellen, Starkregen und Unwetter nehmen zu.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Schutzmaßnahmen und wirtschaftliche Folgen

Australien hat bereits 113 Millionen Dollar (69 Millionen Euro) für Biosicherheit, Umweltschutz und Gesundheitsmaßnahmen bereitgestellt, zuletzt im Mai weitere 11,2 Millionen Dollar (fast 7 Millionen Euro). Die Überwachung der Küstenlinie und der Schutz der Geflügelwirtschaft haben höchste Priorität. Die Geflügelbranche hatte erst kürzlich die schwerste H7-Vogelgrippe-Welle ihrer Geschichte bewältigt, bei der über zwei Millionen Hennen getötet wurden und die Eierregale monatelang leer blieben.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration