Hagel ist ein faszinierendes, aber auch gefährliches Wetterphänomen. Meteorologen sprechen erst dann von Hagel, wenn die gefrorenen Niederschlagspartikel einen Durchmesser von mindestens fünf Millimetern aufweisen. Kleinere Eiskörner werden als Graupel bezeichnet. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erklärt die Entstehung: „Voraussetzung sind kräftige Schauer oder Gewitter.“ Charakteristisch ist der schalenförmige Aufbau: „Wenn man ein Hagelkorn in der Mitte durchschneidet, sind mehrere Schichten erkennbar.“ Dies erinnert an eine Zwiebel.
Wie entsteht Hagel?
Die Entstehung beginnt mit Regentropfen, die durch starke Aufwinde mehrere Kilometer hoch in die Atmosphäre gepustet werden. In den eiskalten Regionen der Gewitterwolke gefrieren sie. Durch ständige Auf- und Abwinde werden die Eiskörner wiederholt nach oben und unten gewirbelt. Dabei sammeln sie weiteres Wasser auf, das an ihnen festfriert. Dieser Prozess wiederholt sich, bis die Hagelkörner zu schwer werden und zu Boden fallen.
Wann und wo ist die Hagelgefahr am größten?
Hagel tritt lokal begrenzt auf und ist zeitlich vor allem von Mai bis August zu erwarten – in den Monaten mit den häufigsten starken Gewittern. Örtlich ist das Risiko in Alpennähe besonders hoch. Aber auch in den Regionen um Stuttgart und München, knapp nördlich von Frankfurt sowie in Nordhessen kommen Hagelgewitter überdurchschnittlich oft vor.
Wie groß kann Hagel werden?
Die größten Hagelkörner entstehen in sogenannten Superzellen, die der DWD als „Die Königin der Gewitterwolke“ bezeichnet. Voraussetzung ist extrem feuchte Luft in Bodennähe und ein besonders starker Wind in der Höhe. Aus einer einzigen Gewitterwolke können viele Tonnen Hagel fallen. Einzelne Hagelgeschosse können einen Durchmesser von über zehn Zentimetern erreichen und mit einer Geschwindigkeit von mehr als 150 Kilometern pro Stunde auf die Erde stürzen.
Rekorde: Das größte Hagelkorn weltweit und in Deutschland
Das bisher größte gefundene Hagelkorn weltweit wurde 2010 im US-Bundesstaat South Dakota entdeckt: Die Eisbombe hatte einen Durchmesser von 20 Zentimetern und wog 880 Gramm. Noch größer war möglicherweise ein Hagelkorn in Argentinien im Jahr 2018, von dem jedoch nur Fotos existieren. Den Deutschlandrekord hält Undingen in Baden-Württemberg. Dort fiel im August 2013 laut DWD das größte dokumentierte Hagelkorn Deutschlands mit einem Durchmesser von 14,1 Zentimetern.
Wie verhält man sich bei Hagel richtig?
Um nicht von einem Hagelgewitter überrascht zu werden, sollte man offizielle Unwetterwarnungen ernst nehmen. Allerdings ist die Vorhersage von Hagel laut Meteorologen „ein schwieriges Unterfangen“. Die wichtigsten Verhaltenstipps: Schutz suchen, am besten in einem Gebäude oder in einem Auto. Im Haus sollte man sich von Fenstern und Dachluken fernhalten. Im Freien ist es ratsam, in Deckung zu gehen, möglichst eine Mulde oder einen Graben aufzusuchen und sich mit dem Gesicht erdwärts zu legen. Kopf und Nacken sollten mit den Händen geschützt werden.



