Hitze-Hotspots in Reinickendorf: Diese Orte sind besonders betroffen
Hitze-Hotspots in Reinickendorf: Diese Orte sind betroffen

Der Sommer hat Berlin erreicht, und die Temperaturen klettern regelmäßig über 30 Grad. Doch die Hitze trifft die Berlinerinnen und Berliner nicht überall gleich. Eine neue Klimarisikoanalyse zeigt, dass Reinickendorf, oft als grüne Lunge der Hauptstadt bezeichnet, an vielen Stellen massiv unter der Erderwärmung leidet.

Tegeler Forst: Der Wald leidet unter Trockenheit

Der Tegeler Forst zählt zu den größten Waldgebieten Berlins und sollte eigentlich als natürlicher Kühlraum dienen. Doch die Realität sieht anders aus: Bereits 46 Prozent der Berliner Waldflächen weisen deutliche Schäden auf. Besonders die schweren Stürme im Juni 2025 haben im Tegeler Forst erhebliche Schäden an den Altbaumbeständen verursacht. Durch Windwurf entstandene Schneisen machen die verbleibenden Bäume anfälliger für Hitze und Trockenheit.

Alt-Tegel: Starkregen als Gefahr

Während der Wald unter Trockenheit leidet, droht im urbanen Kern das Gegenteil. Der Bereich Alt-Tegel wird in der Analyse als Hotspot für Überflutungen bei Starkregen genannt. Die topografische Lage und die hohe Versiegelung führen dazu, dass Wassermassen bei außergewöhnlichen Regenereignissen kaum abfließen können.

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Brennpunkt Dannenwalder Weg: Hitze und soziale Probleme

Besonders von Hitze betroffen sind Zonen mit hohem Bebauungs- und Versiegelungsgrad, wie das Märkische Viertel, Teile von Wittenau und dichte Altbauquartiere. Im Märkischen Viertel zeigt die Karte der Umweltgerechtigkeit eine hohe kombinierte Belastung für den Planungsraum Dannenwalder Weg: Lärm, Luftschadstoffe und soziale Benachteiligung machen die Bewohner besonders anfällig für Hitzewellen.

Ehemaliger Flughafen Tegel und Heiligensee

Der ehemalige Flughafen Tegel heizt sich aufgrund weniger Bäume stark auf. Überraschend ist, dass auch Heiligensee als Hitzepunkt gilt: Offene Siedlungsflächen sind nicht automatisch kühl, wenn sie viel versiegelte Fläche und wenig Schatten haben.

Sorge um Trinkwasser: Tegeler See

Steigende Temperaturen und Starkregen beeinträchtigen die Wasserqualität im Tegeler See. Im nördlichen Teilsystem wurden bereits Grenzwertüberschreitungen bei Mikroorganismen nachgewiesen. In extremen Trockensommern muss zudem die Wasserentnahme aus der Havel eingeschränkt werden, was die Grundwasseranreicherung in Tegel gefährdet.

Maßnahmen für Reinickendorf

Reinickendorf steht vor großen Herausforderungen: Die 931 Hektar öffentlichen Grünflächen müssen klimaresilient gemacht werden. Bei Gebäuden soll die Albedo erhöht werden – helle Dächer und Fassaden reflektieren Sonnenlicht und heizen sich weniger auf. Bäume müssen gepflanzt, Böden entsiegelt werden. Für das Regenmanagement sind dezentrale Versickerung, Rückhaltebecken und das Schwammstadt-Prinzip nötig. Auch der Waldumbau muss an das veränderte Klima angepasst werden.

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