Hitzeperioden und ausbleibende Niederschläge setzen den Fischbeständen in Sachsens Gewässern massiv zu. Der Landesverband Sächsischer Angler meldet zunehmend gestresste Fische, insbesondere Lachs- und Forellenfische in Fließgewässern. „Es gab zum Beispiel in der Chemnitz auch schon ein kleineres Fischsterben, wo eine ganze Reihe an Bachforellen verendet sind“, sagte Martin Schuster, Sprecher des Landesverbands, der Deutschen Presse-Agentur in Dresden.
Wassertemperaturen über 20 Grad lebensbedrohlich
Niedrige Pegelstände und wenig Niederschlag führen teils zu extrem schwierigen Bedingungen für die Fische. Wassertemperaturen oberhalb von 20 Grad können für manche Fischarten in Fließgewässern bereits lebensbedrohlich sein. „Die müssen sich jetzt wirklich die tieferen Regionen, also die tiefen Flussabschnitte suchen, wo halt eben noch ein bisschen Sauerstoff vorhanden ist“, erklärte Schuster. Allerdings sei das längst nicht mehr überall gegeben.
Angler zur Zurückhaltung aufgerufen
Einschränkungen für Angler in den sächsischen Angelgewässern sind dem Landesverband derzeit nicht bekannt. Eine Sperrung von Gewässern gebe es nur in absoluten Ausnahmefällen, etwa bei einem außergewöhnlichen Fischsterben. Ansonsten setze man darauf, dass Vereinsmitglieder kompetent genug seien, gestresste Fischbestände nicht zusätzlich unter Druck zu setzen. Schuster nannte ein Beispiel: „Forellen angeln sollte man bei diesen Umständen wirklich unterlassen.“
Teichwirtschaft Wermsdorf verliert eine Tonne Fisch
Auch Georg Stähler, Geschäftsführer der Teichwirtschaft Wermsdorf, berichtet von zunehmend schwierigen Bedingungen in den 50 Teichen des Betriebs. Zu wenig Wasser sei der erste Grund: Die Füllstände lägen je nach Gewässer bei etwa 50 bis 60 Prozent. „Zweiter Grund ist die Hitze, wo Wassertemperaturen um die 30 Grad entstanden sind, die für einige Fischarten tödlich geendet haben.“ Rund eine Tonne Fisch sei bislang verendet – vorwiegend Hechte und Störe, so Stähler. „Das ist also noch nichts Gravierendes für insgesamt ein Jahr, aber es ist halt ärgerlich.“
Weniger Futter führt zu geringerem Wachstum
„Dazu kommt, dass ich in der Zeit so wenig füttern kann“, erklärte Stähler. Denn bei mehr Futter würden die Tiere auch mehr Sauerstoff verbrauchen – die bis zu fünffache Menge. Die Folge des wenigen Fütterns sei, dass „die Fische schlecht wachsen und man damit halt auch wirtschaftlichen Schaden nimmt, weil einfach die Fische die Größe, den Zuwachs nicht erreichen“. Karpfen seien hohe Wassertemperaturen noch am ehesten gewohnt und kämen mit den Bedingungen besser zurecht.
Kritische Phase im August erwartet
Noch sei die Lage nicht kritisch, so Stähler. Das könne sich aber ändern, sollte es weitere Hitzeperioden geben und größere Niederschläge ausbleiben. „August, das ist so der kritischste Monat – und da sind wir noch nicht.“ Die kommenden Wochen werden zeigen, ob sich die Situation weiter zuspitzt oder ob Entspannung eintritt.



