Steigende Temperaturen setzen Deutschlands Straßen einem enormen Stresstest aus. Betonplatten platzen, Asphalt weicht auf – die Folgen des Klimawandels werden auf den Fahrbahnen immer sichtbarer. Straßenbauer arbeiten an Lösungen für hitzebeständigere Beläge.
Betondehnung und Asphaltverformung
Wenn die Sonne auf die Betondecke prallt, dehnt sich das Material aus. Bei extremen Temperaturen können die Platten an den Fugen aufbrechen oder sich wellen. Auf der A1 in Schleswig-Holstein kam es kürzlich zu geplatzten Betonstellen, wie ein Foto zeigt. Asphalt wiederum wird bei Hitze weich und verformt sich unter Verkehrslasten – Spurrillen und Aufwerfungen sind die Folge.
Innovative Materialien und Bauweisen
Um diesen Problemen zu begegnen, forschen Straßenbauer an neuen Rezepturen. Ein Ansatz ist die Zugabe von Polymeren in den Asphalt, die die Elastizität erhöhen und ein Verfließen bei Hitze verhindern. Auch hellere Betonmischungen, die weniger Wärme absorbieren, werden getestet. Zudem sollen verbesserte Fugenkonstruktionen die Ausdehnung von Betonplatten besser ausgleichen.
Pilotprojekte und erste Erfolge
Erste Pilotstrecken mit modifizierten Belägen zeigen vielversprechende Ergebnisse. In Hessen wurde ein Abschnitt mit einem speziellen Asphalt versehen, der Temperaturen bis 60 Grad Celsius standhält – herkömmlicher Asphalt erweicht bereits bei rund 50 Grad. Die Forscher beobachten die Strecken genau, um Langzeitdaten zu sammeln.
Kosten und Umsetzung
Die Umstellung auf hitzebeständigere Straßen ist jedoch teuer. Laut Schätzungen des Bundesverkehrsministeriums liegen die Mehrkosten pro Kilometer zwischen 10 und 20 Prozent. Angesichts der zunehmenden Hitzewellen sehen Experten dies jedoch als notwendige Investition. „Wir müssen unsere Infrastruktur an das veränderte Klima anpassen, sonst drohen jedes Jahr massive Schäden“, warnt ein Sprecher der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt).
Ausblick: Hitzeschutz für die Straße
Neben neuen Materialien setzen Planer auch auf begleitende Maßnahmen wie Straßenbegrünung oder reflektierende Beschichtungen. Diese könnten die Oberflächentemperatur um mehrere Grad senken. Der Klimawandel zwingt die Straßenbauer zum Umdenken – und die Zeit drängt.



