Hornissen sind die größten heimischen Wespen und können bis zu vier Zentimeter groß werden. Viele Menschen fürchten sie, doch sie sind meist friedlicher als ihr Ruf. Dennoch gilt: Wer ein Hornissennest entdeckt, sollte nicht selbst Hand anlegen. Die Tiere sind besonders geschützt, und Verstöße können je nach Bundesland mit Bußgeldern von bis zu 65.000 Euro geahndet werden.
Wann Hornissen stechen
Im Hochsommer sind Hornissen besonders aktiv und auf der Suche nach neuen Nistplätzen. Sie tauchen häufig in den Abendstunden auf Balkonen oder Terrassen auf. Hornissen gelten als nachtaktiv, können aber auch tagsüber stechen. Besondere Vorsicht ist in der Nähe eines Nests geboten: Wer sich auf weniger als zwei Meter nähert, muss mit Abwehrreaktionen rechnen. Die eingeschleppte Asiatische Hornisse gilt als besonders aggressiv und sollte gemieden werden.
Nest niemals selbst entfernen
Wer ein Hornissennest entdeckt, sollte Ruhe bewahren. Hornissen sind nach der Bundesartenschutz-Verordnung und dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. Das eigenmächtige Fangen, Verletzen oder Töten von Hornissen sowie das Zerstören ihrer Nester ist verboten. Die Höhe der Bußgelder variiert je nach Bundesland. In Brandenburg sind bis zu 65.000 Euro möglich. In schweren Fällen kann sogar eine Freiheitsstrafe drohen.
Warum Hornissen nützlich sind
Hornissen spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem. Laut Melanie von Orlow vom NABU Berlin jagen sie unter anderem kleinere Wespenarten. Gleichzeitig interessieren sie sich kaum für süße Speisen und sind am Esstisch oft deutlich unauffälliger als andere Wespen. Ein Hornissennest im Garten kann sogar dazu beitragen, dass weniger Wespen unterwegs sind.
Im Zweifel die Naturschutzbehörde informieren
Soll ein Nest entfernt werden, ist ein Fachbetrieb gefragt. Experten siedeln Hornissennester möglichst schonend um. Dafür ist in der Regel eine Ausnahmegenehmigung der Naturschutzbehörde erforderlich. Allein die Angst vor einem Stich reicht dafür nicht aus. Triftige Gründe können etwa notwendige Bauarbeiten oder ein nicht mehr standsicherer Baum sein.



