Brandenburger Imker warnt vor asiatischer Hornisse: Angriff im Schwarm
Imker warnt vor asiatischer Hornisse: Angriff im Schwarm

Ein Brandenburger Imker hat eine dringende Warnung vor der asiatischen Hornisse ausgesprochen. Die eingewanderte Art, die sich in Deutschland rasant ausbreitet, zeige ein äußerst aggressives Schwarmverhalten. „Wenn eine sticht, stechen alle“, erklärte der Imker im Gespräch mit einem BILD-Reporter. Dies mache die Hornisse zu einer ernsten Gefahr für Imker, Bienen und auch für Menschen, die sich in der Nähe eines Nestes aufhalten.

Die asiatische Hornisse: Eine invasive Bedrohung

Die asiatische Hornisse (Vespa velutina) stammt ursprünglich aus Südostasien und wurde vermutlich 2004 über Warentransporte nach Europa eingeschleppt. In Deutschland wird sie seit etwa 2014 gesichtet, seit 2023 breitet sie sich explosionsartig aus. Laut dem Bundesamt für Naturschutz wurden allein im Jahr 2025 über 150 Nester in Brandenburg gemeldet – eine Zahl, die sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt hat. Die Hornisse ist kleiner als die heimische Hornisse, aber deutlich aggressiver und jagt gezielt Honigbienen.

Warum der Stich einer einzelnen alle alarmiert

Der Imker betont die besondere Gefahr des gemeinschaftlichen Angriffs. „Asiatische Hornissen kommunizieren über Pheromone. Sobald eine sticht, setzt sie Alarmstoffe frei, die den gesamten Schwarm aktivieren“, erläuterte er. Dies führe zu einem Massenangriff, bei dem Hunderte Hornissen gleichzeitig zustechen. Für Menschen mit Allergien gegen Insektengift kann ein solcher Angriff lebensbedrohlich sein. Für Bienen ist die Hornisse eine existenzielle Gefahr: Ein einziger Schwarm kann ein ganzes Bienenvolk in wenigen Stunden auslöschen.

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Auswirkungen auf Imker und Landwirtschaft

Für die Imkerei in Brandenburg hat die Verbreitung der asiatischen Hornisse bereits konkrete Folgen. „Einige Imker haben bereits 30 bis 50 Prozent ihrer Völker verloren“, berichtete der Imker. Bienen sind für die Bestäubung von Nutzpflanzen unverzichtbar. Ein Rückgang der Bienenpopulation könnte daher ernste Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Ernte haben. Der Brandenburger Landesverband der Imker hat deshalb ein Netzwerk eingerichtet, um Nester zu melden und zu bekämpfen.

Was tun bei Sichtung oder Stich?

Der Imker rät, bei Sichtung eines Nestes der asiatischen Hornisse sofort die örtliche Feuerwehr oder den Imkerverband zu informieren. Auf keinen Fall solle man versuchen, das Nest selbst zu entfernen. Bei einem Stich sei Vorsicht geboten: Die Hornisse könne mehrfach stechen und ihr Gift sei stark. „Wenn jemand gestochen wird, sollte er sich sofort in Sicherheit bringen und im Zweifel einen Arzt aufsuchen“, so der Imker. Vor allem Allergiker sollten ein Notfallset bei sich tragen.

Wissenschaftliche Maßnahmen und Forschung

Die Bekämpfung der asiatischen Hornisse gestaltet sich schwierig. Experten setzen auf das Ausfindigmachen und gezielte Zerstören der Nester, bevor die Königinnen im Herbst neue Kolonien gründen. Fallen mit Lockstoffen sind umstritten, da sie auch heimische Insekten töten können. Das Julius Kühn-Institut forscht an biologischen Bekämpfungsmethoden, etwa durch spezielle Pilze, die die Hornissen befallen. „Wir müssen schneller werden, bevor die Art sich unkontrolliert ausbreitet“, warnte der Imker abschließend.

Die Warnung des Brandenburger Imkers unterstreicht die Dringlichkeit des Problems. Ohne koordinierte Maßnahmen könnten die asiatischen Hornissen in den nächsten Jahren zur neuen Plage in Deutschland werden – mit dramatischen Folgen für Bienen, Imker und die Biodiversität.

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