Die bayerische Landeshauptstadt München verschärft aufgrund anhaltender Trockenheit die Maßnahmen zur Wassereinsparung. Ab sofort gilt eine Allgemeinverfügung, die unter anderem das Befüllen privater Pools und das Rasensprengen untersagt. Bei Zuwiderhandlung drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro.
Verbot gilt auch für Umlandgemeinden
Die Anordnung erstreckt sich nicht nur auf das Stadtgebiet, sondern auch auf sieben Gemeinden im Landkreis München, die von den Münchner Stadtwerken mit Trinkwasser versorgt werden: Aschheim, Garching, Neubiberg, Neuried, Oberschleißheim, Unterföhring und Unterhaching. Das teilte das Landratsamt des angrenzenden Kreises mit.
Konkrete Verbote und Ausnahmen
Die Verfügung umfasst folgende Verbote:
- Die Entnahme von Wasser zum Befüllen und Betrieb privater Pools, Badebecken, Springbrunnen, Wasserspielanlagen und Wassertonnen.
- Das Gießen und Beregnen privat genutzter Haus- und Kleingärten sowie Schrebergärten (Gehölze, Hecken, Stauden, Beete, Zierpflanzen) zwischen 9 und 19 Uhr.
- Die Bewässerung von Rasen- und sonstigen Grünflächen, sofern sie nicht gewerblich oder öffentlich genutzt werden (ausgenommen sind Sportplätze, land- und forstwirtschaftliche Flächen sowie Friedhöfe).
- Das Waschen privater Fahrzeuge außerhalb gewerblicher Waschanlagen.
- Das Abspritzen oder Bewässern von privat genutzten Terrassen, Wänden, Straßen, Dächern, Hof- und Wegflächen.
- Die Entnahme von Wasser aus Oberflächengewässern im Stadtgebiet für die genannten Zwecke. Ausgenommen ist unter anderem die Entnahme zum Tränken von Vieh und für landwirtschaftliche Zwecke sowie Entnahmen, bei denen das Wasser vollständig zurückgeleitet wird.
Die Verfügung gilt vorerst bis zum 1. August 2026, kann aber bei anhaltender Trockenheit verlängert werden. Ein vorzeitiger Widerruf ist möglich.
Wasserverbrauch deutlich gestiegen
Der Wasserverbrauch in München ist zuletzt auf über 360 Millionen Liter pro Tag angestiegen, wie ein Sprecher mitteilte. Der normale Durchschnitt liegt bei 300 Millionen Liter. Die für die kommenden Tage vorhergesagten Niederschläge dürften nach Einschätzung der Stadt nicht ausreichen, um die Situation zu entspannen.
Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) erklärte: „Nach einem außergewöhnlich trockenen Winter und Frühling sind die vorhandenen Ressourcen der Wasserversorgung Münchens derzeit äußerst strapaziert.“ Er habe daher in Abstimmung mit dem Referat für Klima- und Umweltschutz (RKU) und den Stadtwerken verpflichtende Sparmaßnahmen ergriffen. Krause appellierte an die Bürger: „Bitte halten Sie sich an die Regeln, damit sich die Grundwasserpegel erholen können. Wasser ist unser kostbarstes Lebensmittel, lassen Sie uns damit sorgsam umgehen.“
Weitere Kommunen in Bayern betroffen
Bereits Ende Juni hatte die Stadt Landau an der Isar in Niederbayern ein Bewässerungsverbot erlassen. Zahlreiche weitere Gemeinden im Freistaat haben ihre Bürger zum Wassersparen aufgerufen. Im Landkreis München gibt es derzeit noch keine eigenen Beschränkungen, jedoch forderte auch das Landratsamt die Bevölkerung auf, Wasser zu sparen.



