Tuchel als Kane-Flüsterer? Bericht widerspricht Ex-Bayern-Trainer
Tuchel als Kane-Flüsterer? Bericht widerspricht

Thomas Tuchel reklamiert eine entscheidende Rolle beim Wechsel von Harry Kane zum FC Bayern München für sich. Der frühere Trainer der Münchner erklärte nach dem WM-Achtelfinalsieg Englands gegen Mexiko, er habe für den Transfer gekämpft – gegen einige andere Meinungen. Einem Bericht der „Sport Bild“ zufolge stoßen diese Aussagen bei den Klub-Bossen jedoch auf Verwunderung. Demnach war der FC Bayern bereits vor Tuchels Amtszeit an Kane interessiert, und Tuchel selbst soll das teure Unterfangen lange zögerlich begleitet haben.

Tuchels Rolle beim Kane-Transfer: Selbstlob oder Realität?

Harry Kane erzielte in 147 Pflichtspielen 146 Tore für den FC Bayern. Die 100 Millionen Euro Ablöse, die der Rekordmeister im Sommer 2023 an Tottenham Hotspur überwies, gelten an der Säbener Straße längst als gerechtfertigt. Klub-Patron Uli Hoeneß bezeichnete den Deal gar als „besten Transfer, den wir je gemacht haben“. Doch welche Rolle spielte Thomas Tuchel dabei? Laut Tuchel selbst eine gewichtige. „Ich bin immer noch froh, dass ich dafür gekämpft habe, ihn zum FC Bayern München zu holen – gegen einige andere Meinungen“, sagte der englische Nationaltrainer nach dem Spiel.

Die „Sport Bild“ berichtet jedoch, dass Tuchels Darstellung bei den Bayern-Verantwortlichen für „Stirnrunzeln“ sorge. Der Klub sei schon vor Tuchels Amtszeit an Kane interessiert gewesen. Tuchel soll das Unterfangen vielmehr lange zögerlich begleitet haben. Die Verhandlungen zwischen dem FC Bayern und Tottenham zogen sich im Sommer 2023 lange hin, Spurs-Boss Daniel Levy agierte hart und trieb den Preis immer wieder nach oben.

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Tuchels Transferwünsche: Andere Meinung als die Bosse

Laut „Sport Bild“ hatte Tuchel auch bei anderen Personalien eine andere Meinung als die Vereinsbosse. Der Trainer hätte demnach gerne Declan Rice, Mason Mount oder Gabriel Martinelli nach München geholt, dazu einen Verkauf von Joshua Kimmich befürwortet. Die Verantwortlichen entschieden in allen Fällen anders. Hoeneß hatte Tuchel vor einigen Monaten scharf kritisiert. Während der jetzige Trainer Vincent Kompany „jeden Spieler besser“ mache und nicht laufend teure Verstärkungen fordere, sei dies unter Tuchel ganz anders gewesen.

„Wenn da nicht gut gespielt wurde, hat er sich nie selbst hinterfragt, sondern da war immer die Mannschaft schuld“, wetterte Hoeneß im Podcast „Auf eine weiß-blaue Tasse“ von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Bei Tuchel habe es damals geheißen: „Der rechte Verteidiger, mit dem geht es nicht. Kimmich ist auch nicht so ein guter Spieler, und den Gravenberch – der jetzt in Liverpool spielt – kann ich überhaupt nicht gebrauchen.“

Tuchels Umgang mit Spielern: Hoeneß packt aus

Hoeneß plauderte zudem aus, dass Tuchel den kroatischen Verteidiger Josip Stanisic „mal gefragt hat, ob er Deutsch kann, dabei ist er hier geboren“. „Das sind alles Dinge, die nicht gehen, und da ist der große Unterschied“, so Hoeneß. Tuchel übernahm nach seinem Aus bei Bayern Anfang 2025 die englische Nationalmannschaft. Bei der WM in Amerika steht der 52-Jährige mit dem Team im Halbfinale – es ist erst das vierte Mal, dass England bei einer Endrunde zu den besten Vier gehört.

Der Streit um Tuchels Rolle beim Kane-Transfer zeigt einmal mehr die unterschiedlichen Wahrnehmungen zwischen dem Trainer und den Bayern-Bossen. Während Tuchel sich als treibende Kraft darstellt, zeichnen die Berichte ein anderes Bild: Tuchel als Bremser, der teure Transfers zögerlich begleitete und bei anderen Wunschspielern überstimmt wurde.

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