Hannover/Bremen – Nach den jüngsten Unwettern in Niedersachsen und Bremen zeichnet sich eine Wetterberuhigung ab. Doch bevor das Wochenende beginnt, müssen sich die Menschen noch auf weitere Regenschauer und teils kräftige Gewitter einstellen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet für Freitag Höchstwerte zwischen 21 Grad an der Küste und rund 30 Grad im Süden des Landes.
Die Unwetter hatten am Donnerstag vor allem in den Landkreisen Celle und der Region Hannover Spuren hinterlassen. Umgestürzte Bäume blockierten Straßen und Wege. In Faßberg im Landkreis Celle registrierten die Messgeräte zeitweise Windgeschwindigkeiten von 148 Kilometern pro Stunde – ein Wert, der von schweren Schäden zeugt.
Die Bilanz des Unwetters
Besonders schwerwiegend war ein Unfall auf der Autobahn 31 im Landkreis Grafschaft Bentheim. Eine 20-jährige Frau steuerte einen Transporter, als sie am Donnerstagabend in einen Starkregen geriet. Wegen Aquaplanings verlor sie die Kontrolle über das Fahrzeug. Der Wagen schleuderte gegen die Mittelschutzplanke, prallte ab, kam nach rechts von der Fahrbahn ab und kippte um. Die Fahrerin erlitt schwere Verletzungen und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Polizei übernahm die Ermittlungen zum Unfallhergang.
Das Wetter sorgte auch für kulturelle Einschränkungen. Das für Donnerstagabend geplante Konzert des Popsängers Alvaro Soler auf der Gilde Parkbühne in Hannover wurde wegen der Unwetterwarnung abgesagt. Auch das traditionelle Maschseefest, das Tausende Besucher anzieht, startete später als geplant. Die Veranstalter wollten so verhindern, dass sich Menschen während der gefährlichen Wetterlage im Freien aufhalten.
Warnlage und Temperaturen am Freitag
Der DWD rechnet am Freitag mit einer weiterhin unbeständigen Wetterlage. Im Tagesverlauf können sich lokal kräftige Gewitter entladen, begleitet von Starkregen und stürmischen Böen. Die Höchsttemperaturen liegen an der niedersächsischen Küste bei 21 Grad, im Süden des Landes sind bis zu 30 Grad möglich. Damit bleibt es in einigen Regionen noch einmal schwül und drückend.
Gegenüber den Vortagen, als mancherorts Temperaturen über 30 Grad erreicht wurden, ist dies bereits eine Abkühlung. Doch die Luftfeuchtigkeit bleibt hoch, sodass es sich weiterhin ungemütlich anfühlen kann.
Das Wochenende wird freundlicher
Ab Samstag entspannt sich die Wetterlage deutlich. Der Deutsche Wetterdienst sagt für das Wochenende vielerorts einen Wechsel aus Wolken und Sonne voraus, die Regenwahrscheinlichkeit ist niedrig. Die Temperaturen erreichen am Samstag Werte zwischen 21 Grad auf den Ostfriesischen Inseln und 25 Grad an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. In der Nacht zu Sonntag kühlt es deutlich ab, was vor allem die Nachtstunden angenehmer macht.
Auch am Sonntag bleibt es laut Vorhersage freundlich und meist trocken. Die Höchstwerte liegen dann zwischen rund 23 Grad auf den Inseln und 28 Grad im Raum Hannover. Damit steht einem Ausflug ins Grüne oder einem Besuch des Maschseefests nichts mehr im Wege – zumindest aus meteorologischer Sicht.
Hintergrund: Von der Hitze zum Unwetter
Die jüngste Wetterlage war für viele Menschen anstrengend. Nach einer Phase mit Temperaturen über 30 Grad entluden sich heftige Gewitter. Der Grund: Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit bilden ein explosives Gemisch. Wenn kalte Luftmassen auf warme, feuchte Luft treffen, kommt es zu starken Aufwinden, die zu Stürmen führen können. In den Sommermonaten ist dieses Phänomen keine Seltenheit.
Der Deutsche Wetterdienst gibt für solche Lagen regelmäßig Warnhinweise heraus. Betroffene sollten die aktuellen Meldungen verfolgen und bei Gewittern im Freien Schutz suchen. Besonders im Straßenverkehr ist erhöhte Vorsicht geboten, wie der Unfall auf der A31 zeigt.



