Mit einer neuen Kampagne will das sächsische Sozialministerium über die Gefahren von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft aufklären. Ab Montag werden auf den Social-Media-Kanälen des Ressorts Beiträge unter dem Motto „100 Prozent Liebe – 0 Prozent Alkohol“ veröffentlicht. Die Aktion umfasst CityCards, Bäckertüten, Untersetzer, Sticker und einen Aufklärungsclip im öffentlichen Raum. Die Kampagne läuft bis zum 9. September.
Fetale Alkoholspektrumstörungen (FASD) im Fokus
Im Zentrum der Kampagne stehen die sogenannten Fetalen Alkoholspektrumstörungen (FASD). Hierbei handelt es sich um eine Gruppe von Erkrankungen, die durch Alkoholkonsum während der Schwangerschaft verursacht werden und die Entwicklung des Ungeborenen erheblich beeinträchtigen können. „Alkohol in der Schwangerschaft kann bitter enden. Im schlimmsten Fall kommt das Kind mit FASD zur Welt und ist ein Leben lang auf Unterstützung angewiesen“, erklärte Sozialministerin Petra Köpping (SPD).
FASD ist zu 100 Prozent vermeidbar
Laut Köpping ist FASD vollständig vermeidbar. „Man sagt immer, dass es ein Dorf braucht, um ein Kind großzuziehen, und das trifft voll und ganz zu – auch für die Zeit bis zur Geburt. Die Verantwortung für eine gesunde Schwangerschaft und ein gesundes Kind trägt nicht allein die werdende Mutter, sondern tragen beide zukünftigen Elternteile, Freundinnen und Freunde, Verwandte, Kolleginnen und Kollegen und vor allem wir als Gesellschaft insgesamt.“
Nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen trinkt jede fünfte Frau auch während der Schwangerschaft Alkohol. Obwohl das Wissen um die Folgen inzwischen groß sei, hörten Schwangere immer wieder Sätze wie „Ist doch nur zum Anstoßen“, „Ein Glas schadet nicht“ oder „Gegen Ende darf man hin und wieder auch was trinken.“ Dabei könnten bereits geringe Mengen Alkohol in jeder Phase der Schwangerschaft zu irreversiblen Schäden führen.
10.000 Neugeborene jährlich betroffen
In Deutschland werden jedes Jahr rund 10.000 Kinder mit FASD geboren. Die Dunkelziffer liegt vermutlich deutlich höher, da Diagnosen oft nicht oder erst spät gestellt werden. FASD tritt unabhängig von sozialer Schicht und Bildungsniveau auf und äußert sich durch eine Vielzahl von Symptomen wie Fehlbildungen, Wachstumsverzögerungen, organische Erkrankungen, Entwicklungsstörungen, Lernschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten. Die Störung ist nicht heilbar und beeinträchtigt Betroffene ein Leben lang.



