In mehreren westeuropäischen Ländern wüten massive Waldbrände. Umweltminister Carsten Schneider (SPD) fordert angesichts der Katastrophe ein entschlosseneres Vorgehen gegen den Klimawandel. „Der Klimawandel ist bereits schmerzhafte Realität und er trifft unseren Kontinent besonders stark“, sagte der Politiker. Er rief zu sofortiger Brandbekämpfung, Nothilfe und europaweiter Solidarität auf.
Frankreich: 220.000 Menschen in Sicherheit gebracht
Besonders betroffen ist der Südwesten Frankreichs. Im Großraum Bordeaux eskalierte die Lage am Wochenende. Nach Behördenangaben wurden seit Mittwoch rund 220.000 Menschen evakuiert. Der größte Waldbrand der Region hat bereits etwa 42.000 Hektar Wald und Buschland zerstört. Das entspricht einer Fläche von mehr als 58.000 Fußballfeldern.
Italien: Hunderte Touristen per Schiff gerettet
Auch in Italien kämpfen Einsatzkräfte gegen die Flammen. In Peschici an der südlichen Adriaküste mussten über 400 Touristen und Strandbesucher mit Schiffen in Sicherheit gebracht werden. Die Küstenwache erklärte, dies sei die „einzig machbare Evakuierungsroute“ gewesen. Sechs Schiffe der Küstenwache, drei Boote der Finanzpolizei und rund zehn private Schiffe waren im Einsatz. Ein Sprecher rechnete damit, dass noch etwa 300 weitere Menschen evakuiert werden müssten. Bürgermeister von Peschici beruhigte: Die Lage sei „unter Kontrolle“. Unmittelbare Gefahr für Wohnhäuser bestehe nicht.
Schneider: „Klimaschutz jetzt voll voran“
Umweltminister Schneider betonte, dass neben der akuten Hilfe langfristige Maßnahmen nötig seien. „Der Ausbau der erneuerbaren Energien und anderer Klima-Lösungen darf jetzt nicht gebremst werden, sondern muss volle Vorfahrt bekommen.“ Dies sei ein Gebot ökonomischer Vernunft und des Schutzes von Menschen und Heimat. Er forderte zudem eine Umstellung der Wälder von Monokulturen auf klimastabile Mischwälder und einen neuen Umgang mit Wasser. „Wir haben noch die Chance, unsere Umwelt besser auf die neue Realität vorzubereiten“, so Schneider.
Spanien ebenfalls von Bränden betroffen
Neben Frankreich und Italien wüten auch in Spanien schwere Waldbrände. Die genauen Schäden sind noch unklar, doch die Situation bleibt angespannt. Die Europäische Union hat bereits Unterstützung angekündigt und koordiniert die Hilfe für die betroffenen Länder.



