Carsten Schneider taucht vor Rügen: Ostsee-Verschmutzung im Fokus
Schneider taucht vor Rügen: Ostsee-Verschmutzung im Fokus

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) ist am Donnerstag vor Rügen getaucht, um die Verschmutzung der Ostsee zu dokumentieren. Der 50-Jährige brachte bei seinem Tauchgang ein sogenanntes Geisternetz an die Oberfläche – eines jener herrenlos durchs Meer treibenden Netze, die Meeresbewohner gefährden und durch Mikroplastik für Verschmutzung sorgen, wenn sie sich zersetzen. Schneider beklagte zudem, dass die Ostsee einem Übermaß an Nährstoffen ausgesetzt sei, und betonte die Notwendigkeit, deren Eintrag zu verringern. Sein Fazit: „Fisch war nicht viel.“

Tradition der Umweltminister im Wasser

Mit seiner Aktion stellt sich Schneider in eine lange Reihe deutscher Umweltminister, die vor Kameras ins Wasser stiegen. Der bekannteste Vorgänger ist Klaus Töpfer (CDU), der 1988 den Rhein durchschwamm, um die verbesserte Wasserqualität zu demonstrieren. Allerdings endete sein Ausflug mit „Augen gerötet wie Lackmuspapier im sauren Regen“, wie der SPIEGEL damals spottete. Töpfer gestand freimütig, dass er eine Wette verloren hatte, und sein Fazit nach 350 Metern Schwimmen in Kraul- und Rückenlage lautete: „So etwas mache ich nie mehr.“ Während Töpfer Fortschritte zeigen wollte, ging es Schneider um die drängenden Probleme der Erderhitzung und Meeresverschmutzung.

Backhaus und der Buckelwal

Erst wenige Monate zuvor war Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD), 67, öffentlich in die Ostsee gegangen – allerdings mit einer ganz anderen Mission: Er goss einem gestrandeten Buckelwal einen Eimer Wasser über den Körper. „Es war mir wichtig, nah beim Wal zu sein. Man nimmt ihn ganz anders wahr als aus großer Entfernung“, sagte Backhaus nach der Aktion. Die unterschiedlichen Ziele der drei Minister zeigen, dass Wasser für einen Umweltminister offenbar ein unverzichtbares Element ist – auch wenn der Fischfang nicht immer erfolgreich ist.

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