Tornado-Experte warnt vor Starkregen und Erdrutschen in Deutschland
Tornado-Experte warnt vor Starkregen und Erdrutschen

Nach der extremen Hitzewelle mit Rekordtemperaturen von bis zu 41,7 Grad Celsius in Brandenburg droht Deutschland nun die nächste Extremwetterlage. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor teils unwetterartigen Gewittern, vor allem in der Südosthälfte des Landes. Adrian Leyser Sturm von der Tornado-Expertengruppe des DWD bestätigte dem Tagesspiegel, dass die größte Unwettergefahr in Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen und Sachsen bestehe.

Starkregen als größte Gefahr

Anders als befürchtet, sind Tornados laut Sturm nicht die Hauptbedrohung: „Einzelne Tornados sind zwar nicht komplett ausgeschlossen, es handelt sich insgesamt aber nicht um eine ausgewiesene Tornadolage.“ Stattdessen warnt der Experte vor heftigem Starkregen: „Die größte Gefahr geht von heftigem Starkregen aus.“ Innerhalb kurzer Zeit könnten 30 bis 50 Liter pro Quadratmeter niedergehen, regional sogar bis zu 80 Liter – das entspreche dem ein- bis zweifachen einer üblichen Monatssumme an Niederschlag binnen weniger Stunden.

Diese Regenmengen können zu Überflutungen, vollgelaufenen Kellern, Hochwasser an kleinen Bächen und Flüssen sowie Erdrutschen führen. Zudem besteht Aquaplaning-Gefahr für Autos. Regional sei auch Hagel in Kronkorkengröße sowie Sturmböen mit bis zu 85 Kilometern pro Stunde möglich.

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Wettergegensätze zwischen Nord und Süd

Wettertechnisch ist Deutschland derzeit ein geteiltes Land. Eine Luftmassengrenze über der Mitte trennt sehr warme und feuchte Luft im Süden und Südosten von kühlerer Luft im Nordwesten. Während im Süden weiterhin Hochdruckeinfluss dominiert und es viel Sonnenschein gibt, sorgt im Norden ein böiger bis stürmischer West- bis Nordwestwind für unbeständiges Wetter mit einem „herbstlichen Touch“, so Sturm.

Die Temperaturen spiegeln diesen Gegensatz wider: Im Norden wird es selten über 25 Grad heiß, während im Süden sommerliche Temperaturen herrschen. Extreme Hitze sei aber binnen Wochenfrist nicht zu befürchten, betont der Meteorologe.

Beruhigung im Wochenverlauf erwartet

Im weiteren Wochenverlauf soll sich die Unwetterlage allmählich beruhigen. Allerdings könnten Tiefausläufer in der Nordhälfte weiterhin für unbeständiges Wetter sorgen. Der DWD empfiehlt, die aktuellen Warnmeldungen zu verfolgen und Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.

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