Die österreichische Addiko Bank, die sich in einem Übernahmekampf zwischen der Raiffeisen Bank International (RBI) und der slowenischen NLB befindet, muss aufgrund rechtlicher Risiken bei Fremdwährungskrediten in Kroatien und Slowenien Rückstellungen zwischen 33,1 und 48,8 Millionen Euro bilden. Das Geldhaus setzt zudem seine Finanzprognose aus, wie die Bank am Mittwoch mitteilte.
Rechtliche Risiken durch Franken-Kredit-Urteile
Grund für die Rückstellungen sind jüngste Urteile der obersten Gerichte in Kroatien und Slowenien zu Krediten in Schweizer Franken. Diese Urteile ergingen zwar gegen andere Banken, dürften jedoch weitreichende Auswirkungen auf den gesamten Bankensektor in beiden Ländern haben. In Kroatien betrifft dies die Berechnungsmethode für Überzahlungen bei der gesetzlichen Konvertierung von Franken-Krediten, in Slowenien geht es um Ausgleichszahlungen für Banken bei für nichtig erklärten Verträgen.
Addiko kündigte an, rechtliche Schritte zu prüfen. Trotz der Belastungen und möglicher übernahmebedingter Kosten im hohen einstelligen Millionenbereich werde die Bank die regulatorischen Kapitalanforderungen weiterhin deutlich übertreffen. Ende des ersten Quartals lag die harte Kernkapitalquote (CET1) des Addiko-Konzerns bei 21,7 Prozent.
Bieterkampf zwischen RBI und NLB
Im Ringen um die Addiko hat die RBI derzeit die Nase vorn. Bis Montag waren Annahmeerklärungen für 50,72 Prozent der Aktien eingegangen, darunter ein Anteil von 9,63 Prozent der serbischen Alta Group. Der slowenische Rivale NLB bietet mit 37,00 Euro je Aktie deutlich mehr als die RBI mit 26,50 Euro und bewertet die Bank damit mit rund 721 Millionen Euro. Dennoch hatte nach Angaben der RBI bis Montag kein Aktionär von seinem gesetzlichen Rücktrittsrecht Gebrauch gemacht.
Beide Banken machen ihre Offerte von einer Annahmequote von 75 Prozent abhängig. Die Annahmefrist für beide Angebote läuft bis zum 22. Juli. Das Addiko-Management, das sich zunächst wegen der höheren Transaktionssicherheit hinter das niedrigere Angebot der RBI gestellt hatte, hat diese Empfehlung mittlerweile zurückgezogen.



