Umweltminister Schneider taucht vor Rügen: Ostsee in dramatischem Zustand
Umweltminister Schneider taucht vor Rügen ab

Bundesumweltminister Carsten Schneider (50) ist bei seiner Sommerreise durch Mecklenburg-Vorpommern vor der Insel Rügen abgetaucht. Vor dem berühmten Kreidefelsen Königsstuhl machte der SPD-Politiker einen Tauchgang, um sich persönlich ein Bild von den Folgen der Erderwärmung und Verschmutzung der Ostsee zu machen. Es sei sein erster Tauchgang in der Ostsee gewesen, normalerweise tauche er im Mittelmeer, sagte der Minister.

Kaum Fische, dafür Geisternetze und Algen

In etwa sechs Metern Tiefe brachte Schneider einen Teil eines sogenannten Geisternetzes mit an die Oberfläche. Diese Netze treiben herrenlos durchs Meer, gefährden Meeresbewohner und verschmutzen das Wasser durch Mikroplastik, wenn sie sich zersetzen. „Fisch war nicht viel“, berichtete Schneider. Das Wasser in dem Bereich vor Rügen ist aktuell leuchtend grün durch kleine einzellige Algen.

Die Ostsee leidet unter einem Übermaß an Nährstoffen, die durch Dünger aus der Landwirtschaft ins Meer gelangen. Dies begünstigt zusammen mit den steigenden Temperaturen das Wachstum von Algen. Wenn diese abgebaut werden, entzieht das dem Wasser Sauerstoff, den Meerestiere wie Fische zum Leben brauchen – es entstehen sogenannte „Todeszonen“.

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Schneider kündigt „Aktionsplan Meer“ an

Die Ostsee sei ein Opfer des Klimawandels, könne aber Teil der Lösung sein, wenn es gelinge, den Eintrag von Nährstoffen zu verringern, sagte Schneider. „Das wird aber noch ein richtig dickes Brett werden, weil das natürlich dann mit der Landwirtschaft besprochen werden muss.“ Dies soll einer der Schwerpunkte eines „Aktionsplans Meer“ sein, zu dem Schneider erste Eckpunkte veröffentlicht hat. „Wir haben hier einen akuten Handlungsbedarf, weil wir eine lebendige und keine tote Ostsee haben wollen.“

Hintergrund: Zustand der Ostsee

Die Ostsee ist eines der am stärksten belasteten Meere weltweit. Neben Nährstoffeinträgen und Erwärmung leiden die Ökosysteme unter Überfischung, Schifffahrt und Verschmutzung durch Plastik. Experten fordern daher konsequente Maßnahmen, um die Meeresumwelt zu schützen.

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