Springer weist RND-Bericht zu Döpfner-Merz-Treffen erneut als Falschmeldung zurück
Springer dementiert Döpfner-Merz-Treffen erneut scharf

Der Axel-Springer-Verlag hat am Donnerstag erneut und scharf einen Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) zurückgewiesen, wonach Vorstandschef Mathias Döpfner Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in einem Vieraugengespräch im März 2026 zur Aufgabe der Brandmauer zur AfD gedrängt haben soll. Springer bezeichnete die Behauptung als „glatte Lüge“ und sprach von einer „Rufmordkampagne“ gegen Döpfner.

RND räumt fehlende Primärquellen ein

Der RND-Podcast „Wenn Sie wüssten…wie die Regierung hinter den Kulissen tickt“ hatte am Mittwoch für Aufsehen gesorgt. Die Journalisten behaupteten, Döpfner habe Merz im Kanzleramt aufgefordert, eine Kooperation mit der AfD zu ermöglichen, da die Brandmauer das Reformtempo der schwarz-roten Koalition blockiere. Nach dem scharfen Dementi von Springer veröffentlichte das RND eine Klarstellung, in der es einräumte, sich auf „Indizien und Sekundärquellen“ zu stützen. „Wir können nicht ausschließen, dass eine unserer Quellen auf denselben Ursprung zurückzuführen ist, aus dem sich auch die SMS vom November an Herrn Döpfner speist“, hieß es. Dennoch hielt das RND an der Grundthese fest, Döpfner versuche Einfluss auf Merz zu nehmen.

Springer verweist auf bereits kursierende Gerüchte

Springer betonte über seinen X-Account, dass es das angebliche Gespräch nie gegeben habe und entsprechende Gerüchte bereits Ende 2025 in der Berliner Politblase kursiert seien. Als Beleg diente eine SMS eines ZDF-Journalisten an Döpfner aus dem November 2025. Der Verlag erklärte: „Offensichtlich handelt es sich hier um eine lange geplante und gezielt betriebene Rufmordkampagne gegen Mathias Döpfner.“ Auch die Bundesregierung wies die RND-Behauptung als „absurde Gerüchte“ zurück. Regierungssprecher Stefan Kornelius hatte sich zunächst bedeckt gehalten, später aber klargestellt: „Wir können den Termin weder bestätigen noch dementieren.“

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Merz bekräftigt Haltung zur AfD

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte bereits im März öffentlich klargestellt, dass er keine Zusammenarbeit mit der AfD anstrebe. Auf einer Pressekonferenz nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg sagte er: „Ich werde, auch wenn ich mittlerweile sogar aus einzelnen Verlagshäusern dazu aufgefordert werde, eine andere Mehrheit im Deutschen Bundestag nicht suchen. Eine Zusammenarbeit mit der AfD kommt in Baden-Württemberg so wenig infrage wie in Berlin.“ Im angeblichen Gespräch mit Döpfner soll Merz demnach gesagt haben: „Das wird nicht passieren. Nur über meine Leiche.“ Der Springer-Chef habe daraufhin gedroht: „Das werden Sie noch bereuen!“ – Worte, die laut Springer bereits Ende 2025 als Gerücht kursierten.

Brandmauer-Debatte bleibt aktuell

Die Diskussion um den Umgang mit der AfD dürfte neuen Schwung erhalten, da die Partei bei den bevorstehenden Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt im September Umfragen zufolge stärkste Kraft werden könnte. Regierungsbildungen an der AfD vorbei werden dadurch erschwert. Die Frage nach der Brandmauer und der Strategie im Umgang mit der AfD wird damit erneut auf die politische Agenda rücken.

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