Die private Initiative, die den gestrandeten Buckelwal in die Nordsee transportiert, erwägt eine vorzeitige Freilassung aufgrund schlechter Wetterbedingungen. Wie Initiationsmitglied Jens Schwarck der dpa mitteilte, könnte der Wal bereits vor Erreichen der Nordsee freigelassen werden. Bei hohem Wellengang mit bis zu 1,50 Meter hohen Wellen und Böen sei das Verletzungsrisiko für das Tier groß.
Das Team bereite sich darauf vor, den Wal freizulassen, „weil er sich nicht wohlfühlt oder weil es zu gefährlich für ihn ist“, so Schwarck. In diesem Fall müsse das Netz schnell weggezogen werden. Derzeit werde versucht, einen Sender am Tier anzubringen. Ursprünglich war geplant, den Wal in der Nordsee auszusetzen.
Der Buckelwal hatte am Freitagmorgen fast die Nordsee erreicht, etwa elf Seemeilen (rund 20 Kilometer) vom nördlichsten Punkt Dänemarks entfernt. Das Schiff drehte jedoch aufgrund schwieriger Wetterbedingungen ab, wie Kapitän Martin Bocklage dem NDR mitteilte. Am Dienstag war der Wal in eine Barge bugsiert und in den folgenden Tagen Richtung Nordsee transportiert worden.
Sollte der Wal nach der Freilassung erneut stranden, würden die dänischen Behörden nicht eingreifen. Das dänische Umweltministerium teilte der dpa mit, dass man gestrandete Meeressäugetiere prinzipiell nicht rette, da Strandungen ein „natürlich vorkommendes Phänomen“ seien und Wale nicht durch menschliches Eingreifen gerettet oder gestört werden sollten.
Der rund zwölf Meter lange Buckelwal hatte vier Wochen vor der Insel Poel bei Wismar gelegen. Die private Initiative versucht seit Mitte April gegen den Rat vieler Wissenschaftler, das Tier zu bergen und in die Nordsee oder den Atlantik zu bringen.



