Die Waldbrände auf der griechischen Insel Kreta wüten auch am Freitag, dem 31. Juli 2026, unvermindert weiter. Nach Informationen der Funke Mediengruppe, die sich auf die Nachrichtenagenturen dpa, afp, kna und epd stützt, sind die Einsatzkräfte der Feuerwehr völlig erschöpft. Drei ihrer Kollegen sind in den Flammen ums Leben gekommen. Anhaltende Dürre, extreme Hitze und starke Winde machen die Löscharbeiten auf der Urlaubsinsel zu einem Wettlauf gegen die Zeit.
Während in Frankreich und Spanien allmählich Entspannung einkehrt und Tausende evakuierte Menschen in ihre Häuser zurückkehren können, bleibt die Lage in Griechenland und der Türkei kritisch. In mehreren Regionen stehen weitere Ortschaften in Gefahr, die Behörden rufen den Katastrophenschutz aus.
Drei Feuerwehrleute auf Kreta gestorben
Wie die Funke Mediengruppe am frühen Morgen berichtet, kamen auf Kreta drei Angehörige der Feuerwehr in den Flammen um. Damit steigt die Zahl der Todesopfer der aktuellen Waldbrandsaison in Griechenland auf mindestens drei. Die genauen Umstände des Unglücks sind noch unklar. Die Einsatzkräfte vor Ort arbeiten unter extremen Bedingungen. Viele sind seit Tagen ununterbrochen im Einsatz. Die Erschöpfung sei deutlich spürbar, heißt es aus dem Umfeld der Rettungskräfte.
Dürre und Wind fachen die Flammen an
Begünstigt werden die Feuer durch eine anhaltende Trockenheit. Auf Kreta regnet es seit Wochen kaum, die Vegetation ist ausgedörrt. Temperaturen von teils über 40 Grad Celsius machen die Lage zusätzlich schwierig. Starke Winde, die über das Mittelmeer hinwegfegen, fachten die Flammen immer wieder neu an. Die Meteorologen erwarten für die kommenden Tage keine wesentliche Änderung: Es bleibt heiß und trocken, die Waldbrandgefahr ist weiterhin extrem hoch.
Frankreich und Spanien: Entwarnung nach Evakuierungen
Ganz anders präsentiert sich die Situation im Westen Europas. In Frankreich und Spanien hat sich die Lage nach den verheerenden Bränden der vergangenen Woche deutlich entspannt. Tausende evakuierte Bewohner und Urlauber können nach offiziellen Angaben in ihre Häuser und Unterkünfte zurückkehren. Die Feuer sind dort weitgehend unter Kontrolle, auch wenn einzelne Brandherde nachglühen. Die örtlichen Einsatzkräfte bleiben vor Ort, um die Glutnester zu löschen und erneute Ausbrüche zu verhindern.
Griechenland und Türkei: Ausnahmezustand in Südeuropa
In Griechenland und der Türkei hingegen bleibt die Situation angespannt. Auf dem griechischen Festland und vielen Inseln der Ägäis brennt es an mehreren Stellen gleichzeitig. Auch in der Türkei sind weite Küstenabschnitte betroffen, insbesondere in den Provinzen Antalya und Muğla. Die Regierungen beider Länder haben zusätzliche Löschflugzeuge angefordert und internationale Hilfe erhalten. Trotzdem gelingt es nicht überall, die Brände unter Kontrolle zu bringen.
Einsatzkräfte arbeiten am Limit
Besonders dramatisch ist die Lage für die Feuerwehrleute: Sie kämpfen nicht nur gegen die Flammen, sondern auch gegen die eigene Erschöpfung. Auf Kreta sind die Teams oft mehr als zwölf Stunden ohne Pause im Einsatz. Nach Angaben der Funke Mediengruppe sind die Einsatzkräfte „völlig erschöpft“. Freiwillige und Hilfsorganisationen versorgen sie mit Wasser und Verpflegung, doch der Schlafmangel setzt allen zu. Psychologen warnen vor den Folgen der Dauereinsätze für die Helfer.
Ursachen: Trockenheit, Hitze, Funkenflug
Die Waldbrände in Südeuropa haben verschiedene Ursachen. Neben natürlichen Faktoren wie Blitzschlag spielen oft auch menschliche Aktivitäten eine Rolle. Funkenflug bei landwirtschaftlichen Arbeiten, Flaschenscherben im trockenen Gras und nicht zuletzt Brandstiftung werden immer wieder als Auslöser genannt. Die Behörden in Griechenland und der Türkei haben erste Ermittlungen aufgenommen und angekündigt, Brandstifter konsequent zu verfolgen.
Klimawandel verstärkt die Gefahr
Experten sehen in den aktuellen Bränden auch eine Folge des Klimawandels. Längere Trockenperioden und höhere Durchschnittstemperaturen machten die Wälder anfälliger für Feuer. Solche Extremereignisse würden in Südeuropa künftig häufiger auftreten. Die Regierungen stehen daher vor der Herausforderung, den Katastrophenschutz auszubauen und die Wälder besser zu schützen.
Keine Entspannung in Sicht
Für Griechenland und die Türkei gilt: Eine schnelle Entspannung ist nicht in Sicht. Die Wettervorhersagen sagen für die nächsten Tage weiterhin extreme Temperaturen und geringe Luftfeuchtigkeit voraus. Die Einsatzkräfte rechnen damit, dass die Löscharbeiten noch Wochen andauern könnten. In den betroffenen Regionen bleibt der Katastrophenschutz in höchster Alarmbereitschaft.



