Waldbrände in Brandenburg: Vorbereitung auf hohe Gefahr
Waldbrände in Brandenburg: Vorbereitung auf hohe Gefahr

Brandenburg, das als Hotspot für Waldbrände in Deutschland gilt, rüstet sich für eine Zuspitzung der Waldbrandgefahr am Wochenende. Das Forst- und Umweltministerium in Potsdam warnte vor einer erhöhten Gefahr, und der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes, Rolf Fünning, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Die Feuerwehr ist dann mit Sicherheit in Habachtstellung.“

Warum ist die Waldbrandgefahr in Brandenburg besonders hoch?

Die Anfälligkeit Brandenburgs für Waldbrände hat mehrere Ursachen: Ausgedehnte Kiefernwälder, geringe Niederschläge und leichte Sandböden begünstigen die Entstehung von Feuern. Kiefern sind aufgrund ihres hohen Harz- und Ölanteils besonders leicht entflammbar. Allerdings entstehen Waldbrände meist nicht allein durch Hitze, sondern durch fahrlässige Brandstiftung. Die weggeworfene Zigarettenkippe ist laut Ministerium die Ursache Nummer eins.

Ein weiteres Problem sind die zahlreichen ehemaligen Truppenübungsplätze, die mit alter Munition belastet sind. Das Löschen ist dort wegen der Explosionsgefahr und der notwendigen Eigensicherung extrem schwierig. Feuerwehrleute können oft nicht direkt an die Brandherde heran, und es besteht die Möglichkeit, dass sich Munition im Boden selbst entzündet. Brandenburg ist mit rund 1,1 Millionen Hektar Wald, das entspricht 37 Prozent der Landesfläche, eines der waldreichsten Bundesländer Deutschlands.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Bisherige Waldbrandsaison und historische Vergleiche

Nach Angaben des Forstministeriums gab es in diesem Jahr bislang mehr als 130 Waldbrände in Brandenburg, bei denen eine Fläche von etwa 178 Hektar betroffen war. Zum Vergleich: Die Saison 2022 war mit rund 520 Waldbränden und einer geschädigten Fläche von fast 1.430 Hektar ein extremes Jahr. In der Lieberoser Heide wurde im Juli 2022 eine Großschadenslage ausgerufen. Im Juni 2023 loderten zwei Wochen lang Flammen bei Jüterbog; der Waldbrand betraf eine Fläche von etwa 700 Hektar, also mehr als 950 Fußballfelder. Im vergangenen Jahr hatte Regen und ein durchwachsener Sommer im zweiten Halbjahr die Waldbrandgefahr eingedämmt.

Schutzmaßnahmen und Prävention

Brandenburg hat die Zahl der Wasserentnahmestellen auf mehr als 2.300 erhöht. Zudem wurden vermehrt Waldbrandschutzstreifen und sogenannte Wundstreifen angelegt, die dazu dienen, Bodenfeuer zu stoppen. Diese Streifen sind von Bewuchs befreit und bestehen meist aus Sand. Mehr als 100 optische Sensoren überwachen den Wald und sollen Feuer frühzeitig erkennen. Zur Prävention gehört auch der Waldumbau – weg von Kiefernmonokulturen hin zu mehr Mischwald.

Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg, die für Wildnisgebiete auf den vier ehemaligen Truppenübungsplätzen Jüterbog, Heidehof, Lieberose und Tangersdorf verantwortlich ist, bereitet sich regelmäßig auf den Ernstfall vor. Im Frühjahr wurde das Schutzsystem aus Löschbrunnen, Waldbrandschutzschneisen und sicheren Brandschutzwegen instand gesetzt und verbessert. Im Stadtwald Beelitz soll eine Schafherde die Menge leicht entzündlicher Vegetation verringern – ein Beitrag zum Waldbrandschutz.

Verbesserte Ausrüstung der Feuerwehren

Feuerwehren und Behörden in Brandenburg haben ihre Ausrüstung und Einsatzkonzepte in den vergangenen Jahren angepasst. Dazu gehören laut Feuerwehrverband neue Tanklöschfahrzeuge mit großem Wasservorrat sowie zusätzliche Technik für die Wasserversorgung über lange Strecken. Das Land investierte auch in unbemannte Landfahrzeuge, die in schwer zugänglichem Gelände eingesetzt werden können. Bei großen Waldbränden können zudem Hubschrauber der Bundespolizei und Bundeswehr angefordert werden.

Wichtige Waldbrand-Daten können Feuerwehren in Brandenburg inzwischen aus der Luft per Drohne gewinnen. Die Fluggeräte mit Kameras waren etwa bei einem Feuer im Mai bei Jüterbog im Einsatz. Allerdings sind Drohnen noch keine Standardausrüstung bei allen Feuerwehren, so Verbands-Präsident Fünning.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration