Waldbrände in Südeuropa: Athen warnt, Frankreich evakuiert
Waldbrände in Südeuropa: Athen warnt, Frankreich evakuiert

Im südfranzösischen Département Var hat sich die Lage am Freitag dramatisch zugespitzt: Ein bereits eingedämmter Waldbrand ist zwischen Marseille und Cannes wieder aufgeflammt und hat binnen weniger Stunden rund 1.000 Hektar Land zerstört. Heftige Mistralwinde treiben die Flammen weiter in Richtung der Ortschaften, während die Präfektur Evakuierungen für etwa 2.500 Menschen anordnete. Rund 720 Feuerwehrleute versuchen, das Feuer an sensiblen Stellen zu stoppen und das Vorrücken der Flammen einzudämmen.

Frankreich: Atlantikküste atmet auf

Ganz anders präsentiert sich die Lage an der französischen Atlantikküste. Die Präfektin von Bordeaux stellte eine „Verbesserung der Lage von Tag zu Tag“ fest. Zwar ist der dortige Großbrand noch nicht vollständig unter Kontrolle, doch die Situation sei stabil, hieß es aus der Präfektur. Nach Schätzungen der Behörden wurden 42.000 Hektar Land verbrannt – eine Fläche, die etwa viermal so groß ist wie Paris. In der Zwischenzeit durften 198.000 der insgesamt 224.000 Betroffenen in ihre Häuser zurückkehren.

Auch in anderen Landesteilen bleibt die Lage angespannt. Aktive Waldbrände wurden unter anderem in den Départements Gironde, Var und Côte-d’Or gemeldet. Die Feuerwehrkräfte arbeiten dort mit Hochdruck an der Eindämmung der Feuer.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Spanien: Entspannung in den großen Brandgebieten

In Spanien gelten die verheerenden Waldbrände in den Regionen Madrid, Ávila und Toledo inzwischen als weitgehend eingedämmt. In der nordwestlichen Provinz Zamora waren die Einsatzkräfte am Freitag aber weiterhin damit beschäftigt, Brandherde in Wohnhäusern zu löschen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern, wie das Verteidigungsministerium mitteilte.

Erleichterung gibt es in der östlichen Provinz Castellón: Der große Waldbrand im Gebiet Vall d’Uixó nördlich von Valencia, bei dem mehr als 9.500 Hektar zerstört wurden, breitete sich nach Behördenangaben nicht weiter aus. Rund 2.800 Menschen dürfen deshalb in ihre Häuser in den Gemeinden Eslinda und Artana zurückkehren, kündigte Juan Carlos Valderrama an, der für Notfälle zuständige Beamte der Regionalregierung von Valencia. Insgesamt wurden in Spanien inzwischen die meisten Evakuierungen und Ausgangsbeschränkungen aufgehoben.

Griechenland: Alarmstufe Rot im Großraum Athen

Während sich in Westeuropa die Lage allmählich beruhigt, bleibt der Mittelmeerraum ein gefährlicher Brennpunkt. Für weite Teile Griechenlands gilt die höchste Waldbrandgefahr; der Zivilschutz rief für den Großraum Athen die höchste Alarmstufe Rot aus. Große Waldbrände halten die Einsatzkräfte weiterhin in Atem.

Besonders kritisch ist die Lage rund 60 Kilometer nordwestlich von Athen, wo sich die Flammen auf einer kilometerlangen Front ausbreiten. Hunderte Menschen mussten Medienberichten zufolge mit Booten in Sicherheit gebracht werden. Auch auf der Halbinsel Peloponnes toben Brände. Insgesamt kämpfte die Feuerwehr nach Angaben eines Sprechers am Freitagabend an 73 Orten mit Bränden.

Westlich von Athen brach ein weiterer großer Waldbrand aus; der Vorort Dasos wurde vorsorglich evakuiert, weil beißender Rauch und Flammen die dicht besiedelte Region bedrohten. Ein Löschflugzeug warf an den Hängen des Poikilo-Berges im Stadtteil Haidari Wasser ab, um die Glutnester zu ersticken. Auch auf Kreta wüten größere Brände, wenngleich sich die Lage dort etwas entspannt hat. Auffrischender Wind könnte die Feuer jedoch jederzeit wieder anfachen und erschwert zudem die Löscharbeiten aus der Luft erheblich.

Türkei: Brände weitgehend eingedämmt

Nach drei Tagen intensiver Löscharbeiten haben die türkischen Behörden die meisten großen Waldbrände im Westen und Süden des Landes unter Kontrolle gebracht. Landwirtschafts- und Forstminister Ibrahim Yumakli erklärte in einem Beitrag auf der Plattform X, dass die Großbrände an mindestens fünf Stellen eingedämmt worden seien.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

In der Ägäis-Provinz Aydin und der nordwestlichen Provinz Balikesir kämpften die Einsatzkräfte den Angaben zufolge allerdings weiterhin gegen die Flammen. Die Bemühungen konzentrierten sich dem staatlichen Sender TRT zufolge darauf, verbleibende Brandherde zu löschen und ein Wiederaufflammen zu verhindern. Im Südosten des Landes konnten vereinzelte Waldbrände gelöscht werden, bevor sie sich ausbreiteten, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Auch die türkische Generaldirektion für Forstwirtschaft bleibt mit Einsatzkräften am Boden und in der Luft präsent, um ein Wiederaufflammen der Feuer zu verhindern.

Die Waldbrände haben in Südeuropa binnen weniger Tage Zehntausende Hektar Land verbrannt und zahlreiche Menschen zur Flucht gezwungen. Während die unmittelbare Gefahr in Spanien abnimmt, bleibt die Situation in Griechenland und der Türkei angespannt – neue Brände sind bei anhaltendem Wind und Trockenheit jederzeit möglich.