Waldbrände: Griechenland und Türkei weiter in Sorge
Waldbrände: Kreta und Türkei kämpfen weiter

Die Waldbrand-Saison in Südeuropa hält Feuerwehr und Behörden weiter in Atem. Während an der französischen Atlantikküste und in weiten Teilen Spaniens Entspannung einkehrt, bleibt die Lage in Griechenland und der Türkei angespannt. Besonders die Urlaubsinsel Kreta ist betroffen: Dort sorgen orkanartige Nordwinde dafür, dass die Flammen immer wieder neue Nahrung bekommen.

Griechenland: Kreta im Ausnahmezustand

Auf Kreta spitzt sich die Situation weiter zu. In der Nähe der Ortschaft Preveli ist ein neuer Brand ausgebrochen, der sich wegen des starken Windes rasend schnell ausbreitet. Dichter Rauch machte auch Rettungsmaßnahmen nötig: Die Küstenwache brachte rund 50 Menschen von einem abgelegenen Küstenabschnitt in Sicherheit. Die Einsatzkräfte kämpfen bereits den zweiten Tag gegen die Flammen, viele von ihnen sind laut Behörden völlig erschöpft.

Die extremen Windverhältnisse erschweren auch den Einsatz von Löschflugzeugen und Hubschraubern. Teilweise müssen die Maschinen am Boden bleiben, weil ein Abwurf aus der Luft zu gefährlich wäre. Experten sprechen von einem außergewöhnlichen Wetterphänomen mit orkanartigen Böen, das die Brände immer wieder neu entfacht. Erst für Freitagabend wird eine Wetterberuhigung erwartet.

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Der Einsatz fordert in Griechenland bereits Menschenleben: Am Mittwoch starben drei Feuerwehrleute, vier weitere wurden verletzt. Auch auf den Ägäis-Inseln Andros, Kalymnos und Paros wurden weitere Brandherde gemeldet, die die örtlichen Kräfte zusätzlich binden.

Türkei: 169 Brände, 163 unter Kontrolle

In der Türkei kämpfen Einsatzkräfte im Süden und Westen des Landes gegen zahlreiche Waldbrände. Nach Angaben des Forstministeriums wurden seit Mittwoch landesweit 169 Brände registriert, von denen 163 bis Donnerstagabend vollständig unter Kontrolle gebracht wurden. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur unter Berufung auf Ressortchef Ibrahim Yumakli.

Der große Waldbrand im Bezirk Kas in Antalya, der bereits am Dienstag ausgebrochen war, konnte nach intensiven Löschmaßnahmen aus der Luft und vom Boden aus eingedämmt werden. Auch im westtürkischen Isparta ist die Feuerwehr erfolgreich. Yumakli erklärte, ein Sturm in Antalya habe die Löscharbeiten erheblich erschwert. Insgesamt seien landesweit 21 Flugzeuge, 69 Hubschrauber, rund 500 Löschfahrzeuge und mehr als 3500 Einsatzkräfte im Einsatz.

Frankreich: Das Schlimmste scheint überstanden

An der französischen Atlantikküste gibt es Hoffnungsschimmer. Von den rund 224.000 Menschen, die wegen der Brände evakuiert werden mussten, haben bereits 144.000 in ihre Häuser zurückkehren können. Innenminister Laurent Nuñez sagte am Donnerstagabend in den Nachrichten: „Man davon ausgehen kann, dass das Schlimmste hinter uns liegt.“ Er fügte hinzu: „Wir sind optimistisch, bleiben aber weiterhin sehr wachsam.“

Zwei Brandherde sind auf der Halbinsel Cap Ferret und südlich von Lacanau allerdings noch aktiv, wie die Präfektur in Bordeaux mitteilte. Die Feuerwehr konnte dagegen die am Vortag aufgeflammten Brände in Südfrankreich, im Burgund und im Wald von Fontainebleau bei Paris unter Kontrolle bringen.

Spanien: Vorsichtige Entwarnung

Auch Spanien kann aufatmen: Die verheerenden Waldbrände in den Regionen Madrid, Ávila und Toledo sind weitgehend eingedämmt. Die meisten Evakuierungsanordnungen und Ausgangsbeschränkungen wurden aufgehoben. In der Provinz Castellón im Osten des Landes breitet sich der große Brand im Gebiet Vall d’Uixó nördlich von Valencia nach Behördenangaben nicht weiter aus.

Das Innenministerium stufte den Notstand von der höchsten auf die zweite der vier operativen Stufen herab. „Auch wenn sich die Lage positiv entwickelt, ist es unerlässlich, Vorsicht walten zu lassen und sich jederzeit an die Anweisungen der Behörden zu halten“, erklärte das Ministerium. Die Brandbekämpfung in den nordwestlichen Regionen dauert derweil noch an.

Klimawandel als Brandbeschleuniger

Die aktuelle Serie extremer Waldbrände reiht sich ein in eine Entwicklung, die Experten mit der Klimaerwärmung in Verbindung bringen. Anhaltende Dürre, Rekordtemperaturen und immer heftigere Winde sorgen für Bedingungen, die das Feuerwachstum begünstigen. Für die Einsatzkräfte in Griechenland und der Türkei bedeutet das: ein Wettlauf gegen die Zeit, bis die Wetterlage umschlägt.

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