Wölfin nach Schafsrissen im Kreis Cuxhaven abgeschossen
Wölfin nach Schafsrissen im Kreis Cuxhaven abgeschossen

Im Landkreis Cuxhaven ist eine Wölfin abgeschossen worden, die für mehrere Übergriffe auf Nutztiere verantwortlich sein soll. Die artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung für die Entnahme des Tieres lag seit einigen Tagen vor, wie Landkreis und Umweltministerium gemeinsam mitteilten. Wo und wann genau der Abschuss erfolgte, wurde nicht bekannt gegeben.

Wölfe stehen unter Naturschutz und dürfen nur mit einer behördlichen Ausnahmegenehmigung unter strengen Voraussetzungen geschossen werden. Landrat Thorsten Krüger (SPD) erklärte, dass die Wölfin für den maßgeblichen Teil der Nutztierrisse in den letzten Tagen und Wochen verantwortlich sei. Richtlinienkonforme Zäune und Herdenschutzhunde hätten keinen hinreichenden Schutz mehr geboten, weshalb die Entscheidung zur letalen Entnahme getroffen wurde.

Die Wölfin soll auch für einen größeren Übergriff Mitte Februar in der Gemeinde Stinstedt verantwortlich sein, bei dem ein Wolfsrudel eine Herde von rund 100 Schafen über mehrere Kilometer gejagt und mehrere Tiere getötet hatte. Die Herde war mit einem wolfsabweisenden Grundschutz gesichert. Ob es sich bei der getöteten Fähe um das Tier mit der Kennung „GW2492f“ handelt, wird nun durch eine Sektion und genetische Beprobung in Berlin untersucht. Die Ausnahmegenehmigung ist derzeit ausgesetzt.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne) sieht in dem Abschuss ein klares Zeichen für Weidetierhalter. Man handle, wenn Wölfe trotz Herdenschutzes wiederholt Nutztiere reißen, ohne die Gesamtpopulation zu gefährden. Die Landesregierung warte nicht auf geplante Rechtsänderungen auf Bundesebene, brauche aber bessere Möglichkeiten für eine einfache, unbürokratische und rechtssichere Entnahme von Problemwölfen sowie ein regional differenziertes Wolfsmanagement.

Die Bundesregierung will die Hürden für Abschüsse senken und hat die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht beschlossen. Die EU-Staaten hatten den Schutzstatus des Wolfes zuletzt von „streng geschützt“ auf „geschützt“ gesenkt. Artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigungen sind in Niedersachsen selten und werden oft vor Gericht beklagt. Seit 2016 wurden landesweit acht Wölfe entnommen, die höchste Zahl aller Bundesländer.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration