Musks KI-Ausbau gefährdet Gesundheit von Afroamerikanern
xAI ohne Genehmigung: Turbinen belasten Afroamerikaner

Der Tech-Milliardär Elon Musk und sein KI-Unternehmen xAI stehen im Zentrum eines massiven Umweltrechtsstreits. Nach einer Recherche der Nachrichtenagentur Reuters hat xAI für sein neues Rechenzentrumsprojekt „Colossus 2“ im US-Bundesstaat Tennessee insgesamt 59 Erdgasturbinen installiert, ohne die erforderlichen Bundesgenehmigungen zur Luftreinhaltung zu besitzen. Dies geht aus einem Schriftverkehr zwischen Aufsichtsbehörden und xAI-Vertretern hervor, der Reuters vorliegt.

Emissionen weit über Genehmigungsschwellen

Die zu erwartenden Schadstoffemissionen der Gasturbinen liegen laut Reuters-Analyse weit über dem Schwellenwert, der eine Genehmigung der Bundesbehörden erforderlich macht. Die Analyse stützt sich auf Regierungsdaten und interne Korrespondenzen mit den Aufsichtsbehörden. Besonders brisant: Die Emissionen werden vorwiegend in Gemeinden freigesetzt, die mehrheitlich von Afroamerikanern bewohnt werden. In diesen Gebieten wird bereits eine unverhältnismäßig hohe Rate an Lungenerkrankungen verzeichnet.

Standorte der Turbinen und Begründung von xAI

Mindestens 57 der 59 Gasturbinen befinden sich im US-Bundesstaat Mississippi, nahe der Grenze zu Tennessee, wo das Rechenzentrum steht. Die Zahl der von Reuters identifizierten nicht genehmigten Turbinen ist etwa doppelt so hoch wie die, die xAI bislang öffentlich eingeräumt hat. Der Konzern und die zuständige Umweltbehörde begründeten die schnelle Installation laut Gerichtsunterlagen damit, dass die Anlagen „mobil“ seien und ohnehin nicht länger als ein Jahr betrieben werden sollen.

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Nationale Sicherheit als Argument

Das US-Justizministerium argumentierte in einem Schriftsatz vom 15. Juni, dass eine Einschränkung des Turbinenbetriebs nationale Sicherheitsinteressen gefährden könnte. Die Systeme von xAI kommen demnach bei US-Militäroperationen zum Einsatz, darunter auch Operationen im Kontext des Irankonflikts.

Bürgerrechtsgruppen klagen

Bereits im April reichten Bürgerrechtsgruppen wie die „National Association for the Advancement of Colored People“ (NAACP) und das „Southern Environmental Law Center“ (SELC) Klage gegen xAI ein, um die Inbetriebnahme neuer Gasturbinen zu verhindern. Sie argumentieren, dass die Turbinen Emissionen verursachen, die unter den „Clean Air Act“ fallen, und daher nicht ohne Genehmigung betrieben werden dürfen. Den Bürgerrechtsvertretern zufolge treffen die Emissionen vor allem afroamerikanische Gemeinden und verschmutzen die Luft in Wohnhäusern, Schulen und Kirchen.

Stimmen der Anwälte und Bewohner

Patrick Anderson, Anwalt beim SELC, betonte: „Das Ausmaß ist erstaunlich. Dies ist ein absolut massiver Verstoß gegen das Luftreinhaltungsgesetz, der die öffentliche Gesundheit gefährdet.“ Die Juristin Mary Rock, die vor Gericht NAACP und SELC vertritt, sagte gegenüber Reuters: „Dies schafft Szenarien, in denen die Regierung sogenannte ‚Opferzonen‘ einrichten und ganze Gemeinden gewissermaßen dazu zwingen kann, illegal verschmutzte Luft einatmen zu müssen.“

Im Stadtteil Colonial Hills von Southaven, Mississippi, sind die Turbinen rund um die Uhr zu hören. Anwohner vergleichen den Lärm mit Düsentriebwerken. Ervin Laws, ein Bewohner, sagte: „Ich kann nichts dagegen tun. Er hat mehr Geld als ich.“ Sarah Gladney, 72, aus dem Viertel Boxtown, beobachtet die Expansion von xAI und prognostiziert eine „kontinuierliche Ausbreitung in diese anderen Gemeinden“. Sie ergänzte: „Es geht nur um das Geld, nicht um die Gesundheit oder das Wohlbefinden der Menschen, die hier oder in der Nähe leben.“

Wissenschaftliche Einordnung

Die Gesundheitsprofessorin Lara Cushing von der UCLA bestätigte: „Die Luftverschmutzung durch diese und andere Verursacher trägt dazu bei, dass Menschen bestimmter ethnischer Gruppen systematisch häufiger an chronischen Krankheiten leiden und letztlich eine kürzere Lebenserwartung haben.“ Jayajit Chakraborty, Professor an der University of California in Santa Barbara, ergänzte, dass ethnische Minderheiten Studien zufolge einer höheren Belastung durch Schadstoffe aus fossilen Brennstoffen ausgesetzt seien.

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