630 Passagiere in Brandenburg stundenlang in überhitztem Zug gefangen
630 Passagiere in Brandenburg in überhitztem Zug gefangen

Mehr als 630 Passagiere saßen am Samstagabend in einem Zug der tschechischen Bahn České dráhy auf der Strecke von Hamburg nach Prag in der Prignitz fest. Ein umgestürzter Baum hatte die Oberleitung beschädigt, der Zug verlor den Fahrstrom. Ohne Strom fiel auch die Klimaanlage aus, die Innentemperatur stieg auf rund 40 Grad. Die Türen blieben verschlossen.

Kreislaufprobleme und Rettungsaktion

Kreisbrandmeister Christian Reisinger berichtete, dass drei Menschen mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus kamen. Die Feuerwehr öffnete die Türen nach dem Freischneiden von Bäumen und versorgte die Insassen. Zunächst wurden Kinder, Schwangere und ältere Menschen aus dem Zug gebracht, der Großteil musste jedoch ausharren. Erst gegen 23:00 Uhr zog eine Diesellok den Zug nach Karstädt.

Notunterkunft in Sporthalle

In Karstädt richteten die Einsatzkräfte in einer Sporthalle ein Notlager ein. Es gab Kinderbetten, Spielzeug und Bierzeltgarnituren. „Es war eine ruhige Atmosphäre“, sagte Reisinger. Eine Person wurde nachts mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus gebracht, andere von Bekannten abgeholt. Am Morgen brachten Busse rund 500 Menschen zum Bahnhof Karstädt, von wo sie mit zwei ICEs weiterreisten.

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Weiterer Vorfall in Gransee

Bereits am Samstagnachmittag waren in Gransee (Oberhavel) Fahrgäste eines Regionalzugs betroffen. Wegen eines technischen Defekts fiel die Klimaanlage aus, 70 Fahrgäste stiegen auf offener Strecke aus. Nach zwei bis drei Stunden konnte der Zug weiterfahren, teilte die Bundespolizei mit.

Der Vorfall in der Prignitz zeigt die Gefahren extremer Hitze im Zugverkehr. Die České dráhy und die Deutschen Bahn arbeiten an Lösungen, um solche Situationen zu vermeiden.

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